widrig. Die Jahreszahl des Kleiderschrankes( Abb. 2, 4), einerZierde der guten Stube, zeigt dagegen, daß dessen Anfertigungim Jahre nach der Eheschließung, 1914, erfolgte. 18) In diesem Zu-sammenhang scheint es gestattet, auf einen Rückschlag in derVermögenslage der Familie der Braut zu schließen. 1928, alsofünfzehn Jahre nach der Eheschließung, ließ das Paar die für diegute Stube bestimmte Eckbank anfertigen, wahrscheinlich zu-sammen mit dem nicht datierten Tisch wie das in Harta allge-mein Sitte war, und schließlich 1941 die Stühle( Abb. 1), acht-undzwanzig Jahre nach der Trauung. Möglicherweise war dasEhepaar im Besitz von vielerlei mit Inhaberbezeichnung undJahreszahl der Anfertigung versehenen Möbelstücken; wahr-scheinlicher erscheint es jedoch, daß diese bei Versteigerungenzu günstigeren Bedingungen während der Wartejahre ange-schafft wurden. Für gewisse Möbelstücke wurde diese Art desErwerbs wohl als genügend empfunden; als ein solches Stückkann auch der aus dem Jahre 1925 stammende, einen fremdenHartaer Namen aufweisende Halbschrank betrachtet werden( Abb. 1, 5). Dagegen gilt als sicher, daß das Ehepaar lange mitder Beschaffung der Einrichtung der guten Stube warten mußte.Als jedoch die Möbel zur Fertigung in Auftrag gegeben wurden,sparten die Besteller nicht mehr an der von der lokalen Meinunggeforderten Dekoration.
Was bisher gesagt worden ist, erleichtert auch eine verläßliche-re Beurteilung der in Harta angefertigten Möbel bzw. der Ent-wicklung des ortsüblichen Stils. Wenn man die große Armut derim 18. Jahrhundert hier Angesiedelten und den Mangel an aus-gebildeten Handwerkern in der ersten Generation der Ankömm-linge bedenkt, wird man sich nicht wundern, daß in Harta keineMöbel nachzuweisen sind, die man als von hiesigen Deutschenaus ihrer früheren Heimat mitgebracht ansehen könnte. Zu all-dem muß natürlich in Betracht gezogen werden, daß man diehier angefertigten Möbel aufgrund von authentischen, datiertenExemplaren erst seit dem dritten Jahrzehnt des vorigen Jahr-hunderts kennt. Dank der nunmehr regelmäßigen Datierung ver-fügen wir seit dieser Zeit über die Möglichkeit, die Entwicklungder einzelnen Möbelgattungen schrittweise, von Jahrzehnt zuJahrzehnt, zu verfolgen.
Zumindest für das vorige Jahrhundert lassen sich bei den Brett-stühlen, deren Lehnen aus zwei Herzformen zusammengesetztsind( Abb. 24), Traditionen aus der früheren Heimat der Hartaer
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