lung des lokalen Möbelstils von Harta sowie die aufgrund desMaterials bestimmbare Situation einer hundertfünfzigjährigenEntwicklung zu schildern.
Die Hauptquelle einer Schilderung von Harta, die Monographiedes Dorfes, ist Edit Fél zu verdanken. Während der Feldfor-schungen, vorgenommen für die 1935 erfolgte volkskundlicheVeröffentlichung über das Dorf, fand die Autorin eine noch invollem Maße einheitliche lokale Lebensweise vor und konnte de-mentsprechend auch in vielen Beziehungen altartige Gegen-
stände erfassen.
Edit Fél hat in ihrer Monographie auch die historische Entwick-lung des Dorfes aufgearbeitet. Harta ist erstmals im Jahre 1284erwähnt und 1573 noch immer als steuerzahlende Gemeinde an-geführt. Vom Ende des 16. Jahrhunderts an schweigen die Quel-len: das Dorf dürfte in der verheerendsten Zeit der Kriegshand-lungen des sogenannten Fünfzehnjährigen Krieges( 1591-1606) von den Türken zerstört worden sein. In dem Verzeichnisüber die zerstörten Dörfer ist Harta im Jahre 1690 angeführt.1723 und 1724 nimmt der lokale Grundbesitzer die erste Gruppevon Siedlern in dieser verwüsteten Gegend auf, und zwar dreißigdeutsche und zwei oberungarische Familien; weitere folgen, 1)unter ihnen auch Slowaken. Diese Siedler anderer Nationalitätebenso wie die Nachkommen der später fallweise einheira-tenden ungarischen Burschen assimilieren sich im Laufe derZeit, und höchstens ihr Name erinnert noch an ihre Abstam-mung.2)
-
Wie man aus den Feststellungen von Edit Fél weiß, ist die Mun-dart der Bewohner von Harta im wesentlichen hessisch-pfälzisch und entspricht im großen und ganzen dem am linkenUfer des Rheins, in der Gegend südlich von Mainz, in Oppen-heim und Umgebung gesprochenen Dialekt. Die Abstammungaus Hessen- Pfalz wird durch eine größere Zahl von Familienna-men und durch mehrere ethnographische Erscheinungenspielsweise einige in Hessen bekannte Kleidungsstücke oderHandwagen pfälzischer Art erhärtet. Französische Wörterund Familiennamen zeugen dagegen von Einwanderern aus El-saẞ- Lothringen. Außerdem kann als sicher angenommen wer-den, daß die Zahl der Frühankömmlinge sich auch um Siedleraus anderen deutschen Gegenden vermehrte.³)
bei-
Die im 18. Jahrhundert nach Harta Eingewanderten dürften allevollkommen mittellos gewesen sein; vermutlich zwang die miẞli-
8
00