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Allerlei Geschichten - Maasse-Buch : Buch der Sagen und Legenden aus Talmud und Midrasch nebst Volkserzählungen in jüdisch-deutscher Sprache
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sie dem Kind tun sollt, daß es reden könnt. Da antwortet ihr der Goj sehrberischess( mit Bosheit): ,, Wirf ihn ins Feuer." Da denkt die Frau ,,, derGoj, zu einer Kapore( Sühne) sollst du werden für mich un für meinKind", denn sie meint nit, daß es seine Refue( Heilung) wär. So gingdie gute Frau wieder zum Chossid, un sagt ihm, wie es ihr gegangen wär.Da sagt der Chossid zu ihr: ,, Du hast Unrecht getan, daß du nit getan hast,wie dich der Goj geheißen hat. Du hast doch das Kind nit bedurft zu ver-brennen. Wärst du neiert hingegangen un hättest den Jungen auf ein heißesBrett gelegt auf den Herd, un hättest ein Multer auf das Kind gestürzt, unhättest das Kind eine Weile drunter lassen liegen, un hättest es dann wiederherfür genommen, so hätte dein Kind können reden. Derhalben geh heutewieder bei Tag in das selbige Dorf un frag wieder den ersten, der dir be-gegnet, wie ich dich vorher auch geheißen hab. Un was dich derselbigelernt, so tu es gleich." Also ging die gute Frau wieder heraus in das Dorf.Da begegnet ihr wieder ein Goj. Da fragt sie ihn: ,, Du, lieber Freund,soll ich tun, daß mein Kind soll reden lernen?" So sprach der Goj sehrberischess: ,, Wirf ihn in das Wasser, das heißt die Jsar." Also hat dieFrau eine Goje( Christin) bei sich. Da sprach die Frau zu der Goje: ,, Ichwill es aufhalten, daß es nit dertrinkt." Also tät die Goje, wie die gute Frauheißt, un warf das Kind herab, un die gute Frau fing es auf in ihrem Schurz.So schrie das Kind: ,, Schuch, schuch, schuch, wie kalt is mir. Un warvon Stund an redend, gleich wie ein anderer Mensch auch. Un der Chossidlernt dernach auch mit ihm, un is ein großer Talmidchochom( Schrift-gelehrter) aus ihm geworden.

was

Hundertsiebenund- geschah bei dem Rabbi Jehude Chossid unachtzigste Geschichte mit einem Godel( Großen), der wohnt

zu Speier. Der war geheißen RabbiJehude ben Schneier. Der wandert nach Regensburg un kam eben an ErewPessach( Vorabend von Ostern) zu Rabbi Jehude Chossid. Un wie er die ersteNacht den Seder( Ceremonie des 1. u. 2. Pessach- Abends) tät, da war derRabbi Jehude Chossid gar fröhlich. Un da das der andere Chossid von Speiersah, daß Rabbi Jehude Chossid also fröhlich war, da sie nun den Seder hattenaus getan, da sprang der Chossid von Speier vor dem Tisch herfür vorgroßen Freuden. Da fragt ihn Rabbi Jehude Chossid, warum er so fröhlichwär. Da sprang er erst noch mehr un klappt mit Freuden seine Hände.Da sprach Rabbi Jehude Chassid noch einmal zu ihm, warum er also fröhlichwär. Da sprach der Chossid von Speier: ,, Drum bin ich so fröhlich, weilich dich hab so fröhlich gesehen. Dasselbige hat mich so derfreut in meinem206