kurzen Sinn. Auf einen Tag sprach die Frau wider ihre Knechte un Maiden:,, Was soll ich denn mit Meinem tan? Wenn ich ihm schon allezeit Gesottenesun Gebratenes bring, so helft es mir doch nix, un ich hab doch keinen Dankvon ihm, un spricht allezeit, Gott gibt es ihm umwillen seiner Thauroh.Nun will ich sehn, ob ihm seine Thauroh wird zu essen geben, wenn iches ihm nit bring." Un nahm all das Essenspeis, das sie im Haus hat, untragt es mit ihren Maiden aus dem Haus. Darauf haben unsere Chachomim( Weisen) nit umsonst gesagt: Lernen is gut bei einer Meloche( Arbeit, Hand-werk), aber man muß auch die Sitten von der Welt lernen. Aber wo Thau-roh is, un keine Meloche derbei, da hat die Thauroh keinen Bestand. Unwie nun Rabbi Chanine sitzt un lernt im Bethhamidrasch( Lehrhaus),da kam ein Schiff auf dem Meer herzufahren, das wollt schier unter gehn.Da schreiet das Volk: ,, Helf uns, du Gott, dessen Name gelobt ist, an denRabbi Chanine glaubt. Helf uns, wenn wir dervon kommen, wollen wirRabbi Chanine den Maaßer( den Zehnten) geben, von allem was wir inunserem Schiff haben." Wie das Rabbi Chanine hört, da ging er in das Beth-hamidrasch un tät Tefille auf sie. Un eh Rabbi Chanine war wieder ausdem Bethhamidrasch gegangen, da kamen die Kaufleute, die auf dem Schiffwaren gewesen, un fielen Rabbi Chanine zu Fuß, un sprachen zu ihm:,, Lieber Herr, komm mit uns in unser Schiff un nimm das Deine." So gingRabbi Chanine mit ihnen. So gaben sie ihm den Maaßer von allem, wasim Schiff war, von Gold, Silber un Edelsteinen un von guten Essenspeis.Un er ließ alles heim tragen. Un wie er in sein Haus kam, da fand er keinenMenschen in seinem Haus. Un er wußt auch nit wo sie waren hingegangen.Da merkt er nun wol, daß sie von deswegen sind weggegangen, derweil erwider sie geredet hat von wegen das Essenspeis, daß er hat gesagt, seinWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib gibt ihm nix, neiert der Heilige, gelobt sei er, gibt es ihm derweiler Thauroh lernt. Da sagt Rabbi Chanine wider seine Talmidim: ,, Gehthin, dingt Knecht un Maiden un laßt uns eine köstliche Sude( Mahlzeit)zurichten." Da täten es die Talmidim gar bald. Un er ließ bitten vielköstliche Talmidechochomim( Schriftgelehrte) zu der Sude( Mahlzeit)um zu essen un zu trinken. Un sie kamen zu ihm un waren garfröhlich mit ihm. Un wie das sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib hört, da kam sie wieder heim.Da sie in das Haus kam, da fiel sie ihrem Mann Rabbi Chanine zu Füßenun bittet ihn, er sollt ihr verzeihen, daß sie aus dem Haus von ihm warweg gegangen. Un weiter sprach sie: ,, Gelobt sei Gott der Allmächtige,der euch derwählt hat um Thauroh zu lernen. Un die Thauroh hat wahr,was darinnen geschrieben steht." Denn es steht in der heiligen Thauroh:von weitem bringt die Thauroh ihre Speise.
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