Gaster n° 316
Hundertsiebenund- geschah an einem, der saß in Erez lisroelun er war der Nächste bei dem König,vierzigste Geschichte un er war ein reicher frummer Mann.
Un er wußt alle Dinge was geschehen sollten. Un er hat einen Sohn, derhieß Rabbi Chanine, der konnt die ganze Thauroh. Un da er nun alt war, daẞer sterben sollt, da schickt er nach seinem Sohn un tät ihm, Zewoe( un sagteseinen letzten Willen), daß er Tag un Nacht sollt Thauroh lernen un Miz-wes( Gebote) tun un den Armen getreu sein, denn er un seine Mutterwerden an einem Tag sterben, un die schiwo Jomim( 7 Trauertage) werdenaus sein am Erew Pessach( Vorabend des Pessachfestes). Un du sollst nitviel trauern, un wenn du von den schiwo Jomim wirst aufstehn, so sollstdu auf den Markt gehn. Un was du zum ersten zu Kauf findest, das sollstdu kaufen, wenn man es noch so teuer sollt halten. Un wenn es eppes wär, daßman es könnt aufziehn, so soll er es mit großem Kowed( Ehre) aufziehn. Denndeine Müh wird dir wol belohnt werden. Aber er wollt ihm nit sagenwas es sein wird. Un wie er nun hat seine Zewoe ausgetan so sturb er unsein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib auf einen Tag gleich wie er es gesagt hat. Un sein Sohn RabbiChanine, der hielt, gleich ihm sein Vater hat zuletzt befohlen. Un wie esnun an Erew Pessach kam, da stund er von den schiwo Jomim auf, unging auf den Markt. Da begegnet ihm ein alter Mann, der hat ein hübsches sil-bernes Keli( Gerät) feil. Da sprach Rabbi Chanine: ,, Wie teuer is das silberneGerät?" Da sprach der alte Mann:„ Um achtzig Gulden." Da bot ihmRabbi Chanine sechzig Gulden. Da sprach der alte Mann: ,, Ich geb es undas Geld nit." Lesof( am Ende) kauft er es, wenn es schon zu teuer war. Erwollte seines Vaters Zewoe halten. Nun, am ersten Sederabend, so setzt erdas Gefäß auf den Tisch, un wie er es auf tät, da fand er noch ein Gefäßdrinnen un er tät das andere Gefäß auch auf. Da find er einen Frosch indem Gefäß sitzen un der Frosch war fröhlich in dem Gefäß mit tanzen unspringen. Un er gab dem Frosch zu essen un zu trinken. Un da Pessach( Ostern) nun aus war, da war der Frosch so groß, daß ihm das Gefäß zuklein war. Also macht Rabbi Chanine dem Frosch ein kleines Schänkleinun tät ihn drein un gabt ihm essen un trinken, daß ihm endlich der Schankauch zu klein war. Also bauet er ihm eine Kammer un setzt den Froschdrein. Un hielt den Frosch so gar wol mit essen un trinken, daß er mitdem Frosch alles verzehrt, was er gehabt hat. Un das hat Rabbi Chaninedaßals getan um seines Vaters Zewoe zu halten. Un er war so gar arm,er nix mehr hat. Da ging Rabbi Chanine mit seinem Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib in die Kam-mer bei dem Frosch un sagt:„ Lieber Freund, wir können dir nit mehrzu essen geben, denn wir haben alles über dich verzehrt.“ Da hebt derFrosch an zu reden mit ihnen un sprach: ,, Lieber Rabbi Chanine, sei dich
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