wenn er zu ihr kam. Denn er war ein köstlicher Mann, gleichwie von ihmauch hören in der Gemore. Sie hielt ihn wol mit Essen un Trinken, unsie hielt ihm auch ein eigen Bett un alles was er bedarft. Nun, es begab sich,daß die gute Frau starb un der Kazew nahm eine andere Frau. Also befehlter an die Frau, wenn Rabbi Meir wird kommen, also soll sie ihm auch großeEhr antun, gleich sein erstes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib auch an ihm getan hat. Nun, es begabsich, daß Rabbi Meir wieder kam gleich alle Jahr sein Gewohnheit war. Soging er in seine Herberge bei dem Kazew gleich sein Seder( Gewohnheit)war. Da sah er wie eine andere Frau drinnen war, die er nit kennt. Da frägtRabbi Meir: ,, Wo is dem Baalhabajis( Hausherrn) sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib?" Da antwortetsie ihm: ,, Sie is all lang gestorben, un der Kazew hat mich genommen zueinem Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib. Aber er hat mir befohlen, wenn da wird kommen Rabbi Meir,da soll ich ihn gar wol ehren, un soll ihn gar freundlich empfangen.“ Undas wollt sie gern tun, ja mehr als die erste Frau getan hat. Wie nun derRabbi Meir hört, daß die erste Frau gestorben war, da ging er aus dem Haus,war sich sehr mezaar( un grämte sich gar sehr) um seine gute Wirtin, daßsie gestorben war. Wie er nun so stund, da kam der Kazew un fand denRabbi Meir vor seiner Tür stehn. Da empfängt ihn der Kazew un sagt ihm:,, Lieber Rabbi, warum geht ihr nit in mein Haus, wie euere Gewohnheit is?Un wie kommt das, daß ihr nun haußen vor meiner Tür steht? Ich habdoch meiner Frau befohlen, daß sie euch wol halten soll, gleich euch meinerstes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib gehalten hat." Da ging Rabbi Meir mit ihm in sein Haushinein. Da ging die Frau un holt, was sie bedarft im Haus, un macht fürden Rabbi Meir eppes zu essen un gab ihm gute Getränk. Un tät ihm gutenKowed( Ehre) an mich mit allen Dingen. Nun, der Rabbi Meir war einhübscher Mann. Un dem Kazew sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib kriegt eine große Lust zu ihmun hat ihn gar lieb un wußt aber nit wie sie tan sollt, daß er sollt bei ihrliegen. Es geschah einmal auf eine Nacht, daß niemand derheim war. Damacht die Frau für Rabbi Meir gute Speis un sie bewies ihm große Ehr. Unsie trank mit ihm so lang bis er trunken war, daß er nit wuẞt was er tät. Undie Frau ließ ihn schlafen gehn un sie legt sich bei ihm, daß er es nit gewahrwird in ihrem Beiliegen oder in ihrem Aufstehn. Zu morgens, da er nunaufstund, da tät er seine Tefille( Gebet) gleich seine Gewohnheit war. Unwie er nun seine Tefille aus getan hät, so richtet ihm die Wirtin den Tischun sie eẞt un trinkt mit ihm un trieb viel Aseskeit( Frechheit) mit Wortenüber den Tisch. Da das Rabbi Meir sah, da verwundert er sich gar sehrüber die Frau, daß sie so gar ases( frech) war, un er schämt sich vor ihr unwollt sie nit ansehen. Da sprach die Frau: ,, Lieber Rabbi, warum schämt ihreuch itzundert alsosehr, habt ihr doch heut die ganze Nacht bei mir gelegenun ihr habt euch doch nit geschämt? Un warum schämt ihr euch itzundert
137