Gaster nr 81
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Einundzwanzigste geschah dem Chossid( Frommen). Es begab
Geschichte
sich einmal, daß man sollt den Rabbonim eppesausrichten bei einer Goje( christliche Frau).Un dieselbige Goje war gewöhntlich, daß all die Köstlichen von Rom bei ihraus un eingingen, denn sie war gar choschew( vornehm). Da sagten die Rab-bonim: ,, Wer soll unter uns gehn zu der Goje?" Da sagt Rabbi Jehauschue:,, Ich will gehn." So ging Rabbi Jehauschue mit seinen Talmidim( Schülern).Da sie nun schier kamen vier Ellen von der Goje ihr Haus, da zug Rabbi Je-hauschue seine Tefillin( Gebetriemen) aus un ging in das Haus hinein un schlußdie Tür nach ihm zu un wollt die Talmidim nit mit hinein lassen. Un wie er nunwieder heraus kam, da ging er in das Bad un tauwelte( tauchbadete) sich, unlernt wieder mit seinen Talmidim, un er sagt wider seine Talmidim: ,, LiebenLeut, sagt mir, was habt ihr mich chausched gewesen( verdächtigt), da ich habdie Tefillin ausgezogen?" Da sagten die Talmidim: ,, Lieber Rabbi, wassollen wir euch verdächtigt haben? Wir haben gedacht, daß ihr habt dieTefillin ausgezogen, daß man darf nit ein heilig Ding an einen Ort mit-nehmen, wo es unrein is." Da sagt er wieder zu ihnen: ,, Was habt ihr michaber verdächtigt, da ich die Tür hab vor euch zugeschlossen?" Da sagtendie Talmidim wider: ,, Lieber Rabbi, wir haben gedacht, ihr habt ein Sachmit ihr zu reden, das den König trifft, un ihr habt es müssen mit ihr alleinreden, daß wir nit haben dürfen zuhören." Da fragt er sie wieder: ,, Da ichmich hab getauwelt, was habt ihr euch gedacht?" Da sagten die Talmidim:,, Vielleicht is Speichet aus ihrem Maul auf euere Kleider gekommen, darumhabt ihr euch getauwelt." Da sagt Rabbi Jehauschue: ,, Bei der Awaudoh( so wahr ich Gott diene) wie ihr mich verdächtigt habt, so is es als ge-wesen. Sowol als ihr mich so verdächtigt habt, so soll auch der, dessenName gesegnet sei, euere Werke zu Gutem gedenken. Omen."
Zweiundzwanzigste geschah: Des Kaisers Tochter fragt RabbiGeschichte
Jehauschue ben Chananje:„ Ei, wieeine große Thauroh is in dir un dubist so gar häßlich. Wie eine große Chochme( Weisheit) is in einem niwsigKeli( häßlichem Gefäß)". Da sprach Rabbi Jehauschue wider sie: ,, Liebe,sag mir, wo habt ihr euern Wein liegen, was sind es für Fässer?" Da sprachsie wider ihm: ,, Wir haben den Wein in eitel irdenen Kelim( Gefäßen)liegen.“ Denn man hat vor Zeiten den Wein in irdenen Gefäßen gehabt.Da sagt zu ihr Rabbi Jehauschue: ,, Ihr seid doch reiche Leut, ihr gehörtden Wein in eitel silberne Gefäße zu tun. Jedermann hat den Wein inirdenen Gefäßen." Da ging sie zu ihrem Vater un sagt ihm das. Da ging der
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