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Beiträge zur bretonischen Volkskunde : Erläuterungen zur bretonischen Sammlung des k. k. Museums für österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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getreulich nachzubilden. Schöpferisch bereichert hat er es ja wohlselten, aber handwerklich hat er es immer ganz vorzüglich erfaßt;wir können das heute noch an der Imitation alter Möbel ersehen,die sich mit zunehmender Wertschätzung des altertümlichen Haus-rates naturgemäß eingestellt hat und in der von bretonischen Arbeiternganz Vorzügliches geleistet wird; anderswo die dort heimischen Möbelkopieren oder besser imitieren zu wollen, wo die Arbeiter auf keineheimische Tradition zurückgreifen können, würde wahrscheinlich einweitaus weniger erfolgreiches Beginnen sein. Diese rein rezeptiveVielseitigkeit, wie wir vielleicht besser statt Stilverwirrung sagen,hat ihren Grund wohl zum großen Teil auch darin, daß eben imbäuerlichen Milieu das Alte, so lange es nur brauchbar ist, vielunbedenklicher in Gebrauch behalten wurde als in besser situiertenKreisen. Wirklich Altes neben wirklich Neuem kommt hier vielhäufiger vor als sonst. An den Bett- und Banktruhen, von denen obendie Rede war, kann man ganze Musterserien aller Ziermotive finden, diedem Holzschnitzkünstler von den Zeiten der Gotik an geläufig wurden,davon einiges wirklich alt, anderes nur als archaistische Überbleibselaus älteren Zeiten aufzufassen. Viel mehr als an den Möbeln hat sichder bäuerliche Geschmack an den kleineren Holzarbeiten durchgesetzt,den Löffeln, den Modeln und anderem Kleingerät im Hause. Die Zier-motive sind hier zum größten Teil dem volkskünstlerischen Geschmackentsprungen oder doch eng mit ihm verwachsen, und ihr Überlebenin verhältnismäßig späte Zeiten verleiht darum den Gegenständenganz von selbst einen eigenartigen Charakter.

Einen sehr bedeutenden Raum nehmen ferner, wie in jederVolkskunst, die Anregungen ein, die der Holzschnitzerei von Seiteder Kirche erwachsen sind. Sie äußern sich in der Kleinplastik ausHolz, Heiligenfiguren für Kirche und Haus und dergleichen, vor allemaber in einer künstlerischen Durchbildung der hölzernen Bauteilevon Kirchen und Kapellen, sekundär auch von Profanbauten, die alseine der eigenartigsten Schöpfungen der bretonischen Volkskunstwohl ein besonderes Interesse beanspruchen. Der Natur der Sachenach wird hiebei hauptsächlich Reliefschnitzerei betrieben, und dieseerstreckt sich vor allem auf die Portale und auf die quergelegtenDurchzugsbalken, die das Dach zu tragen bestimmt sind. Die Motive,die zur Verwendung gelangen, entstammen dem höheren Kunstschaffen;es sind wappenhaltende, paarig angeordnete Engel, Löwen, Ungeheuerund dergleichen, aber diese Darstellungen sind in einer Weiseabenteuerlich erfaßt, daß wir sagen müssen: hier ist wahrlich nocheine in mittelalterlicher Gärung befindliche Phantasie schöpferischan unbeseelten Dingen rege geworden. Es ist der Geist, aus dem diegotischen Fabeltiere und Wasserspeier geboren sind, welcher sichhier in noch verhältnismäßig später Zeit die meisten noch vor-handenen Schnitzwerke stammen aus dem 16. Jahrhundert

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