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gelangten Kultobjekte über das volkstümliche religiöse Leben derBretonen in Erfahrung gebracht werden konnte; erwähnenswertscheinen noch die Kreuzsteine( Staurolith), die als Amulette dienen,und die Hubertusschlüsselchen aus Blei, die von S. Tugan( S. Hubert)kommen und gegen Hundswut schützen sollen, eine Amulettform, diebekanntlich gleichfalls weitere Verbreitung besitzt.
Belegstücke für beide Typen finden sich im Musée du Trocadéro
in Paris.
Gerade über das religiöse Leben der Bretonen gibt uns übrigenserfreulicherweise die heimische Literatur detaillierteren Aufschluß.1)
Es erübrigt uns nun, bevor wir einen zusammenfassenden Über-blick über die gestaltenden Kräfte der bretonischen Volkskultur zugeben versuchen, eine kurze Würdigung der volkskünstlerischenLeistungen in der Bretagne, von denen schon des öfteren mitBezug auf einzelne Typen der bäuerlichen Habe die Rede war.
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Es besteht kein Zweifel: eine ursprüngliche, in Kunstformen undZiermotiven echt bodenständige Volkskunst existiert in der Bretagneebenso wenig wie bei der bäuerlichen Bevölkerung Westeuropas undder fortgeschrittenen Teile Mitteleuropas überhaupt. Für alle Kreise,welche nicht unmittelbar schöpferisch an der Ausbildung des jeweilsmodernen Stils beteiligt sind und dieser bricht sich immer zunächstim Milieu der Reichen, der Luxusmenschen Bahn hängt die Kunstfertig am Objekt und seine Herkunft spielt eine entscheidendeRolle für die Herausbildung einer bestimmten Geschmacksrichtung,wenn wir in der Volkskunst von einer solchen überhaupt sprechenkönnen. Denn in ihr herrscht in der Regel ein buntes Gemisch nichtzusammengehöriger künstlerischer Elemente, es geht alles durch-einander, um es recht handgreiflich auszudrücken, das ist nicht eineErrungenschaft unserer Zeit, sondern war immer so. Dieses Gewirrekönnen wir nur dann leidlich zergliedern, wenn wir die Typen undzusammengehörigen Gruppen je nach ihrer Herkunft jede für sichgesondert betrachten, wie dies oben ja geschehen ist, die Möbel fürsich, die Kleingeräte aus Holz, die Tonarbeiten, der Schmuck undwas sich sonst eben noch findet. Aber selbst dann wird der Eindruckkein einheitlicher; das zeigen uns beispielsweise die Möbel: das Büfettist nimmermehr mit dem Schrankbett künstlerisch in der Art ver-wachsen, wie die Möbel des bürgerlichen, beziehungsweise städtischenHaushaltes jeweils zu einem organischen Komplex im Sinne einesStils umgestaltet wurden; man ließ das Alte in seiner alten Formund stellte das Neue daneben, wobei uns nur die reiche Aufnahms-fähigkeit wundernehmen muß, die es dem einfacheren Handwerkerermöglichte, trotz des zähen Festhaltens des Hergebrachten sich auchdem Neuen nicht zu verschließen, sondern es gleichfalls in seiner Eigenart
1) Zitiert bei Vallaux a. a. O., S. 78 ff.