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Stiel. Der herzförmige Ausschnitt u. s. w. sind echt bäuerliche Motive;wahrscheinlich war auch dieses Stück zu Geschenkzwecken bestimmt( Taf. III, Fig. 6.)
Durchaus volkstümlich ist ein flacher Löffel, dessen verdicktesEnde zugleich als Butterstempel dient, vermutlich hat er bei der Butter-bereitung Verwendung gefunden. Die gewöhnlichen Holzlöffel, mitdenen in der Regel die Mahlzeit eingenommen wird, weisen keinebesonderen Eigenheiten auf und können darum hier wohl übergangenwerden.
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Eine weitere Kategorie von Holzarbeiten, die im Wirtschafts-leben der bäuerlichen Bevölkerung von jeher einen beachtenswertenPlatz besitzt, sind die Butter- und Käse model, die man zurAusschmückung der betreffenden Erzeugnisse, ursprünglich wohl inapotropäischer Bedeutung, verwendet und verwendet hat. ¹) Es liegt nahe,in diesem Zusammenhang an die Brotstempel zur» Weihung<< deshausgebackenen Brotes zu denken, und in der Tat zeigen die Butter-stempel vielleicht auf Grund eines ursprünglichen Zusammen-hanges eine auffällige Ähnlichkeit mit den hier in Frage kommendenGeräten; vor allem die scheibenförmigen oder petschaftähnlichenModel sind beiden Hantierungen gemeinsam.( Taf. III, Fig. 1.) Auchein löffelförmiges Gerät mit gerippter Laffe dürfte wohl als Butter- Formlöffel anzusprechen sein. Eine auf Holz montierte Bleiform dürfte derVerzierung der Ränder kuchenartiger Pasten im allgemeinen gedienthaben.( Taf. III, Fig. 2.) Der Typus als solcher entstammt zweifels-ohne höheren gewerblichen Betrieben.
Zylindrische Rollmodel werden gleichfalls gebraucht, dagegensind mir würfel- und brettchenförmige Model, die sonst in Frankreichund in den Alpenländern recht häufig vorkommen, aus der Bretagnenicht bekanntgeworden. Eine herzförmige Hohlform aus durch-brochen geschnittenem( oder gestanztem) Eisenblech wurde mir alsKäsemodel bezeichnet.
All diese Geräte finden Platz in dem Kasten der Wohnstube,von dem schon oben die Rede war. Gebuttert wird in der Regel ineinem hölzernen Faße, das weiter keine Besonderheiten aufweist. Eskommen in der Bretagne jedoch auch aus Ton geformte Butterfäßchenvor, die uns nunmehr zu den Töpferarbeiten im bretonischenHause überleiten. Der ländliche Töpfer verfertigt natürlich nur daseinfache rohe Tongeschirr, während die Majolika erzeugnisse, dieder bretonischen Stube einen bescheidenen Ausputz gewähren, wieüberall auf ein bestimmtes Fabrikationszentrum, für die Bretagnespeziell Quimper( Dep. Finistère), sich zurückführen lassen. Voneinfachen Tonarbeiten, beziehungsweise» Hafnerarbeiten«< besitzt unsereSammlung einen henkellosen Krug mit hohem trichterförmigem Halse,1) Österreichische Volkskunst, S. 136.
2) Vergl. Benno Martiny: Kirne und Girbe. Berlin 1895. S. 33.