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Beiträge zur bretonischen Volkskunde : Erläuterungen zur bretonischen Sammlung des k. k. Museums für österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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s wird stets ein merkwürdiges Faktum der Volks- und Völker-kunde bleiben, daß die Entschleierung des volkskundlichenBildes Europas ernstlich erst in Angriff genommen wurde,als das Interesse an derlei Dingen durch exotische Glossar ::: zum Glossareintrag  exotische und uns ganzfremdartig anmutende Erscheinungen des Volkslebens in fremdenErdteilen mächtige Anregung und Förderung empfangen hatte. Wasaber auch nunmehr von Seite der zahlreichen die Volkskundefördernden Kreise noch geschehen mag, für die exakte volkskundlicheErforschung vieler Ländergebiete Europas, namentlich des Flachlandesund der westlichen Gebiete, ist es endgiltig zu spät geworden, undnur der Umstand, daß der Volksbesitz hier seinerzeit im großen undganzen der gleiche gewesen sein dürfte, wie wir ihn heute noch inkonservativeren Gebieten vorfinden, vermag den wissenschaftlichenVerlust nicht allzu groß erscheinen zu lassen. Vielerorts ist das Interessean den Dingen, die vor dem Untergange zu bewahren gewesen wären,eben erst zu spät erwacht. Am regsten ist die Aufsammlung volks-kundlicher Gegenstände wohl auf germanischem Volksgebiet in Angriffgenommen worden, was zum Teil gewiß dem im 19. Jahrhundert hierbesonders stark aufstrebenden nationalen Bewußtsein zu verdankenist. Auf Grund einer reichen kulturellen Überlieferung hat hier dieSammeltätigkeit ganz besonders reiche Früchte geerntetich er-innere nur an die nordischen Museen in Stockholm, Lund, Kopenhagen,das königliche Museum für deutsche Volkskunde in Berlin, dasgermanische Museum in Nürnberg, das k. k. Museum für österreichischeVolkskunde in Wien die zahlreichen Provinzsammlungen gar nichtzu rechnen.

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Osteuropa steht noch in der Blüte seiner volkskundlichen Tradi-tion; Westeuropa, der kulturell fortgeschrittenere Teil, hat seineeinfache ländliche Vergangenheit am meisten aus dem Auge verlorenund hier klaffen daher die größten Lücken in volkskundlicher Be-ziehung. Das volkskundliche Material des engländischen TeilesGroßbritanniens ist dank seiner frühzeitig einsetzenden Industriali-sierung als endgiltig verloren gegangen zu betrachten; nur eine kleineSerie von Gegenständen aus North- Wales wurde als ein letzter Restkürzlich von Edge- Partington dem British- Museum überwiesen. ¹)

Derselbe Prozeß ist in den Industriebezirken Nordfrankreichsund Belgiens eingetreten und auf dem flachen Lande schreitet die

1) Dagegen besitzen die weniger fortgeschrittenen Länder, so Schottland und Irland,beachtenswerte volkskundliche Sammlungen in Edinburgh und Dublin.

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