Vitrine 5
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Opanken
Leder, Eisen, Fell;genagelt und genähtBosnien- Herzegowina;4. Viertel 19. Jh.ÖMV/ 12.962/ a- b
Eine Gruppe von sechs Paar Le-derschuhen aus Bosnien gehörtzur Sammlung von Franz Gaul( 1837-1906). Als Opanken werdenabsatzlose Schuhe bezeichnet,an deren hochgebogenen Soh-len der Schaft angeflochten ist.Sie werden oft mit Riemen odereiner Schnalle verschlossen. Alstypisches Schuhwerk der länd-lichen Bevölkerung Südost- undOsteuropas gibt es sie auch alsSouvenirartikel. Der archaischeEindruck dieses Exemplars wirdverstärkt durch die mehrfach ge-flickten Sohlen. Immer wiederwurden Leder- und Fellstücke aufdie abgeriebene Sohle genagelt,um ein weiteres Tragen der Opan-ken möglich zu machen. DiesesFlickwerk soll auf ein prekäresLeben, auf Ressourcenknappheitund auf Strategien zur Bewälti-gung hinweisen. Möglicherweisehandelt es sich um eine Requi-site aus einer Theaterinszenie-rung.
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Geflickte Dreifuẞpfanne
Eisenblech, Bandeisen; genietetÖsterreich; 19. Jh.
E/ 248
Auf einer offenen Feuerstät-te wurden die Speisen zum Bei-spiel in einer Pfanne zuberei-tet, die auf drei Beinen stand.War diese Pfanne nach langjäh-rigem Gebrauch durchgeschabtoder korrodiert, so wurde sienach Möglichkeit repariert. Dieschadhaften Stellen am Bodender Pfanne wurden mit Stückenaus Eisenblech bedeckt und die-se mehrfach vernietet. Zumeistführten diese Ausbesserungs-arbeiten umherziehende Kessel-flicker aus der ethnischen Gruppeder Sinti* zze und Rom* nja durchoder slowakische Wanderarbeiter,die sogenannten Rastelbinder.
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Topf mit Drahtbindung
Keramik, Irdenware, Eisendraht;gebunden
Kuhländchen, Mähren,
Tschechische Republik; 19. Jh.ÖMV/ 12.801
Eigene Berufsgruppen widmetensich dem Reparieren von Ge-brauchsgegenständen, die mannicht so einfach zum Müll werfenwollte. Die sogenannten Rastel-binder zogen als wandernde Hand-werker von Hof zu Hof, von Haus-halt zu Haushalt, um zerbrocheneGefäße zu flicken. Die Rastelbin-der verstanden es, Bruchstückewieder zusammenzusetzen und miteinem Drahtgeflecht zu überzie-