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Vor der Wegwerfgesellschaft : reparierte Objekte aus den Sammlungen des Volkskundemuseum Wien ; Ausstellung, 15.10.-6.11.2022
Entstehung
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Schüssel

Irdenware, Eisendraht; geklebtund gebunden

Mähren, Tschechische Republik;19. Jh.ÖMV/ 45.106

Diese Schüssel wurde von einemlokalen Töpfer gefertigt. Miteinem schwarzbraunen Schlicker,Engobe genannt, wurde grundiert,anschließend erfolgte die flora-le Dekoration durch eingefärbteEngoben mittels eines Malhorns.Eine Transparentglasur bringtdie Farben zum Glänzen. Das Ge-fäß war weniger für den Gebrauchbestimmt, sondern diente, aufge-hängt an der Henkelöse, mehr zurVerschönerung des Wohnbereichs.Über den Rand zieht sich eineBruchstelle hinab, die verklebtund mit einem Drahtgeflechtfixiert wurde. Die Schauseitemit dem Blumenmotiv blieb davonunberührt.

Die Schüssel gelangte aus derPrivatsammlung eines Adeligenim Jahre 1940 über den Antiqui-tätenhandel in die Museumssamm-lungen. Ob der Erwerb des Objek-tes von diesem Antiquariat un-bedenklich ist, wird im Zuge dersystematischen NS- Provenienzfor-

schung geklärt.

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Volldornschlüssel

Eisen; gelötet

Wien; 16./17. bzw. 19. Jh.ÖMV/ 47.586

Die Grundform eines Schlüsselsbesteht aus Reide( oder Griff),

Gesenk, Dorn( oder Halm) undBart. Schlüssel wurden ursprüng-lich von Schmieden aus glühendemEisen am Amboss geschmiedet, diekunsthandwerklichen Fertigkeitenzeigen sich in der Ausgestaltungdes Werkstückes. Die Reide die-ses Schlüssels war in ihrer ur-sprünglichen Funktion vermutlichein Türklopfer oder Türgriff.Der durch Punzierung entstandenereiche Dekor aus Arabesken undanderen floralen Motiven ist einHinweis auf seine Entstehung inder Zeit der Renaissance.Bei der Betrachtung des Dor-nes fällt eine andere Färbungauf. Diese ergab sich durch dasAnlöten des Griffes an einenBuntbartschlüssel des 19. Jahr-hunderts. Das Resultat ist einSchlüssel von außergewöhnlicher,einzigartiger Zusammensetzung,eine Mischung aus Eleganz undreiner Funktionalität. SeinenEingang in die Museumssamm-lung im Jahre 1950 verdanken wireiner Schenkung von Valentinevon Springer.

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Kleine Schale

Porzellan, repariert in

Kintsugi- Technik

Böhmen, Tschechische Republik;Anfang 20. Jh.

ÖMV/ 89.811

Diese Kombination von einerPorzellanschale mit dem hand-kolorierten Fotodruck einesschlafenden Babys und einerjapanischen Restauriermethodeverdankt das Museum der Restau-ratorin Silvia Miklin- Kniefacz.