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Vor der Wegwerfgesellschaft : reparierte Objekte aus den Sammlungen des Volkskundemuseum Wien ; Ausstellung, 15.10.-6.11.2022
Entstehung
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arbeitung liegen. Dieses Stück

aus dem 18. Jahrhundert ist ausBirnbaumholz geschnitzt undwurde an den Schmalseiten mitEisenbändern beschlagen, um denGebrauch trotz eines durchgehen-den Sprunges im Holz weiterhinzu ermöglichen. Oder vielleichthat der Sammler, von dem dasObjekt im Jahre 1909 angekauftwurde, am Motiv Gefallen gefun-den, den Model repariert und vordem Wegwerfen gerettet.

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Kniestrümpfe

Wolle, Garn;

geflickt und gestopftÖMV/ ON/ 6.680/ a- b

Leider ist die Inventarnummerverloren gegangen, sodass wirderzeit nichts über die Prove-nienz des Objektes wissen. Auchdas Eingangsjahr liegt derzeitim Verborgenen. Was wir sehen,ist ein Paar hellfarbene» Stut-zen«<, wie man Kniestrümpfe inBayern und Österreich umgangs-sprachlich nennt, gewirkt ausehemals weißer Schafwolle. Derobere Rand ist im Durchbruchmus-ter gestaltet, auf der Rücksei-te und seitlich ab dem Knöchelnach oben hin sind die Strümpfemit verschiedenen Schlingmusternverziert, bekrönt vom Motiv desDoppeladlers. Dieser symbolrei-che Zierrat weist darauf hin,dass es sich ursprünglich wohlum Festtagsstutzen handelte.Der Fußteil ist durch den Ge-brauch im Schuhwerk dunkel ver-färbt. Manche Löcher scheinendurch Mottenbefall entstanden

zu sein. Auf jeden Fall wurdendie Stutzen an unzähligen Stel-len von den Zehen bis zum Randmit ähnlichen Stopfgarnen durchLängs- und Querfäden im Gitter-netz händisch ausgebessert.

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Mieder, sogenanntes VorleiblBaumwolle, Holz; geflicktPongau, Salzburg;

1. Hälfte 19. Jh.ÖMV/ 46.649

Das ursprüngliche Kleidungs-stück ist nur noch schwer aus-zumachen zwischen den vielenFlicken, mit denen es immer wie-der ausgebessert worden ist. Esist ein ärmelloses Oberteil mitangeknöpften Schulterträgern,die sich auf der Rückseite über-kreuzen. Verwendet wurde außenein roter Baumwollstoff mit geo-metrischen Mustern und innenein hellbraun- hellblau karierterStoff. Auch die Flicken sind ausStoffen mit geometrischen Mus-tern hergestellt. Der Rand desKleidungsstückes wurde mit einerschwarz- grünen Borte eingefasst,die völlig abgewetzt ist.

Das Vorleibl kam zusammen mitanderen Wäschestücken über eineSammlerin im Pongau ins Museum.Die umfangreichen Reparaturenmachen deutlich, wie» wertvoll<<ein Kleidungsstück war. In ab-gelegenen Regionen kam abgese-hen vom Geld noch dazu, dass mansich nicht rasch ein neues Klei-dungsstück besorgen konnte. Auchdaher wurde das alte Stück sooft wie möglich ausgebessert.