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Vor der Wegwerfgesellschaft : reparierte Objekte aus den Sammlungen des Volkskundemuseum Wien ; Ausstellung, 15.10.-6.11.2022
Entstehung
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Vitrine 1

1

Fäustlinge

Wolle, Leinen; geflicktWien; 19. Jh.ÖMV/ 12.902/ a- b

Die Fäustlinge für mittelgroßeHände stammen aus einer umfang-reichen Sammlung von» Costüm-stücken<< und wurden im Jahre1902 in den Museumsbestand auf-genommen. Der Überbringer warFranz Gaul( 1837-1906), ein ös-terreichischer Maler und Kostüm-bildner für die Hoftheater undfür zahlreiche Festspiele.Vermutlich wurden die rotenFäustlinge als Requisite ver-wendet. Sie zeigen ungewöhn-lich starke Verschleißspuren.Sie sind gestrickt und teilweisegefüttert. Der Strickteil istdurchlöchert und partiell aus-gebleicht sowie teilweise mitStoffflecken ausgebessert, diekleineren Löcher wurden jedochnicht geflickt. Alles in allemvermitteln sie ein plakativesBild von Mangel und Armut.

2

Bauchranzen

Leder, Zinn, Eisen, Schnur;umgewidmet

Kitzbühel, Tirol; 19. Jh.ÖMV/ 20.250

Aus einer Tiroler Kollektionstammt dieses Objekt mit den

Ziffern 1 und 8. Diese Relikte

einer Jahreszahl weisen auf eineEntstehung im 19. Jahrhunderthin. Der Ledergürtel wurde vonseinem Besitzer, von dem wir dieInitialen AS wissen, intensivgetragen. Nachdem er seine ur-sprüngliche Pracht verloren hat-te, wurde er nicht weggeworfen,sondern man fand für ihn eineandere Verwendung im Bereichder bäuerlichen Wirtschaft. DerBauchranzen von AS wurde um-gearbeitet in ein Band für eineKuhglocke. Dafür setzte man Le-derflicken auf und versäubertedie Kanten mit einem sogenanntenÜberwendlingsstich.

3

Lebzeltmodel

Holz, Eisen; verschraubtÖsterreich; 18. Jh.ÖMV/ 22.218

Der Model diente zur Abformungeines Lebkuchens in der Gestalteines reitenden Husaren. DerRiss im Holz kann verschiedeneUrsachen haben. Vielleicht wardas Holzstück noch nicht voll-ständig getrocknet oder Tempe-raturunterschiede bei der Ver-wahrung des Models haben zuSpannungen im Holz geführt. DasVorhandensein von gesprungenenModeln in einer Museumssammlungist nicht ungewöhnlich, gehtes doch in einem kulturwissen-schaftlichen Museum nicht umdie Unversehrtheit oder Schön-heit eines Stückes, sondern umseine Einzigartigkeit oder Bei-spielhaftigkeit. Diese können imMotiv, im Alter oder in der Be-