6
Schleifen und Schürze
Kunstfasern und Baumwolle, angekauftfür die Vermittlungsarbeit; 21. Jh.
Zu hinterfragen, was als„ typisch" oder,, normal" gilt, macht eigene Stereotype inunseren Köpfen sichtbar. Es zeigt uns, wiesie historisch gewachsen sind und dass wirGeschichte auch anders lesen und inter-pretieren können. In der Dauerausstellungwird eine Gesellschaft gezeigt, in der allesaußerhalb einer heteronormativen undpatriarchalen„ Ordnung“ keine Rolle spielt.In Vermittlungsprogrammen zeigen wir,dass sich auch in der Vergangenheit vielekritische Positionen finden lassen. Manmuss nur genau hinschauen. Fangen wirbei uns selbst an: Was lässt mich auf einspezifisches Gender schließen? An wenerinnern die Geschichtsbücher( nicht)? Istdas Sammeln und die Wissenschaft vonTrachten Männer- oder Frauensache? Werträgt die Schürze und wer die Schleife?Wer versorgt die hungrigen Münder?Wer kann/ darf ein Land regieren?
Alexandra Bröckl
7
Fledermaus
Tierpräparat in einem Schaukästchen,Schenkung; 20. Jh.
Das Volkskundemuseum Wien befindetsich im Gartenpalais Schönborn, wo wirmit Interessierten gerne bei Backstagefüh-rungen hinter die Kulissen blicken, auchim Rahmen vom„ Dinner im Palais", einemkulinarischen Angebot in Kooperation mitdem Hildebrandt Café. Auf der barockenStuckdecke des ,, Blauen Salon", nebenchinesischen Schirmchen und einemexotischen Vogel, sind als Besonderheitzwei Fledermäuse mit gespannten Flügelndargestellt, die während dieses speziellenRundgangs entdeckt werden können.Dieses hier ausgestellte Fledermausprä-parat zeigen wir bei Kinderprogrammenals Pendant zu unheilabwehrendenObjekten wie Türverriegelungen mitSchlangen-und Drachenmotiven.
Dagmar Czak