Edith Payer
in Zusammenarbeit mitStefanie Wong
Phylogenie der Schlitzschraube, 2021Schautafel, 739 Stücke aus demKlimesch- Bestand desVolkskundemuseum Wien, fixiertmit Montagekleber auf Karton
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wurde, oder welche Merkmale als be-stimmend für die Etablierung neuerGattungen angenommen wurden.Fixiert mit Montagekleber, der ebenfallsim Eisenwarengeschäft des HerrnKlimesch erhältlich war und viele dertaxonomierten Objekte eigentlichüberflüssig macht, haben die Eisenwarenendgültig ihren Gebrauchszweck verlorenund ihre neue Bestimmung auf derSchautafel gefunden. Die mit Bleistiftgezogenen Verbindungslinien lassen abererahnen, dass jedes Ordnungssystemraum- zeit- gebunden und somit relativ ist.
Mit Phylogenie der Schlitzschraubeerinnert Edith Payer an die Frühzeitvon naturkundlichen Museen, derenSchausammlungen dazu dienten, Wissenzu produzieren. Sie erstellte in Zusam-menarbeit mit der Biologin StefanieWong eine Taxonomie von Schrauben,Nägeln und anderen Metallteilen.Die vielen Objekte stammen aus demInventar der ehemaligen Wiener Eisen-warenhandlung Klimesch, das 2013 vomVolkskundemuseum Wien zur Reflexiondes eigenen Tuns angekauft wurde. ImZuge eines intensiven Austauschprozessesüber die formalen Merkmale der Teileklassifizierten die Künstlerin und dieBiologin die Eisenwaren in Anlehnungan hierarchisch organisierte, naturwis-senschaftliche Taxonomien mit ihrerEinteilung in Stämme, Klassen, Ordnun-gen oder Gattungen und Unterarten.
Bei genauerer Betrachtung der Schautafelkönnen die getroffenen Entscheidun-gen und aufgestellten Behauptungennachvollzogen werden- etwa welchesObjekt als das erste seiner Art und damitals ,, Urahn" aller anderen identifiziert