Jojo Gronostay
DWMC, seit 2017Installation
Pos. 4
Chateau Rouge Displays!( Vendor Series), 2020Chateau Rouge Displays II( Vendor Series), 2020Chateau Rouge Displays III( Vendor Series), 2020Pigmentdrucke
Pos. 6
DWMC( Dead White Men's Clothes) istsowohl ein Kunstprojekt als auch einModelabel und bewegt sich an denSchnittstellen von Mode und bildenderKunst sowie Museum und Fashion- Store.Der Name geht auf den ghanaischen Begriff,, Obroni Wawu" zurück, der mit ,, Kleidungtoter Weißer" übersetzt werden kann. Alsin den 1970er- Jahren die ersten LadungenSecondhandkleidung aus dem GlobalenNorden als Hilfslieferungen in Ghana eintra-fen, war die Qualität der Kleidungsstückeso hoch, dass angenommen wurde, dieVorbesitzer* innen müssten verstorben sein.
Seit 2017 kauft Jojo Gronostay gebrauchteKleidung vom Kantamanto Market in Accra,dem weltweit größten Umschlagplatz fürSecondhandtextilien, um sie mit kleinenVeränderungen wieder in die westlicheMode- und Kunstwelt einzuschleusen.Er lotet damit sowohl die Zirkulation
von Waren, als auch die Schaffung vonWerten aus. Es geht dabei nicht nur um diemonetären Werte, die durch Produktion,Distribution und Wiederverwertung vonSecondhandkleidung zu erzielen sind oder,im Fall des Künstlers, um jenen Mehrwert,den er durch seine Gesten der Wahl, derUnikatisierung und der Kennzeichnungals Markenprodukt schafft. Es geht auchum diese höchst subjektiven, emotionalenWerte, die Kleidungsstücke für Menschenbesitzen: Sie dienen als zweite Haut undsind ein zentrales Bindeglied zwischendem Verständnis von der eigenen Identitätund Rolle sowie dem sozialen Umfeld.Gronostay unterstreicht diesen Aspekt vonKleidung, indem er Teile seiner Kollektionmit Haarfärbemittel behandelt. Er verweistdamit auf die verbreitete Praxis des Blei-chens von dunklen Haaren und dunklerHaut, die eng mit Fragen von rassifiziertenSchönheitsnormen verknüpft ist.
Mit Chateau Rouge Displays( Vendor Series)rückt Jojo Gronostay jene improvisiertenVerkaufsstände in den Vordergrund, dieprekär arbeitende Straßenhändler inParis nutzen. Selbst aus Afrika stammendverkaufen sie in Asien hergestelltePiratenware. Gronostay sammeltediese Displays und fotografierte sie wiearchitektonische Strukturen. Er wirftdamit Fragen zum Konsum und demAustausch von Waren und Menschen auf.