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Ritt durch die Passage : Objekte rund ums Pferd ; 21.9. bis 5.12.2021
Entstehung
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Lebzeiten verehrt worden, weil er sich fürGefangene, Kranke und Hilfsbedürftige ein-gesetzt hätte. Die Kette in seiner Hand warursprünglich ein Symbol für die Ketten derGefangenen, die bei seiner Anrufung zer-sprungen sein sollen. Später wurden sie alsViehketten umgedeutet. Seit 1750 wird derHl. Leonhard als reiner Viehpatron verehrt.

Im Museum sind Votivtiere in Formvon Pferden vor allem aus Wachs und Eisenzu finden, die in den Wallfahrtskirchengeopfert worden waren. Eisenvotive wurdenbevorzugt dem Hl. Leonhard dargebracht.Schmiede stellten Tierfiguren aus Schien-eisen her, später wurden sie aus Eisenblechgeschnitten. Als die Anzahl an geopfertenVotiven in den Kirchen kaum mehr unter-zubringen war, konnten Bittsteller* innenVotive gegen ein Entgelt in den Kirchenausleihen. Einige dieser überzähligenVotivtiere gelangten durch Sammler* innenin das Volkskundemuseum Wien. Zu denGnadenstätten brachten Wallfahrer* innenin Pferdeangelegenheiten ebenso gemalteBitttafeln oder stifteten als Dank für dieerhaltene Unterstützung Votivtafeln. Anden Buden der Wallfahrtsorte konnten dieGläubigen gedruckte Stallsegen, Amuletteund andere Schutz- und Segenszeichenzur Abwehr von Unglücksfällen und Krank-heiten für sich und das Vieh erwerben.Das weihnachtliche Räuchern in den Stal-lungen, verbunden mit einer Maulgabe( meist ein Stück hartes Brot), sollte diePferde ebenfalls das Jahr über schützen.

Pferde spielen in den Legenden derbeiden christlichen Heiligen eine Rolle,deren Festtage wichtige Termine für denDienstbotenwechsel und die Zinsabgabenwaren: Der Hl. Georg( 23.4.) wird meist hochzu Ross im Kampf gegen einen Drachendargestellt. Die älteste Biographie des Hl.Martin von Tours( 11.11.) nennt kein Pferd.

Erst die Legende seiner Mantelteilung zuPferd, lässt auch ihn zum Schutzpatron derReiter* innen samt ihrer Pferde werden.

Schutz für die Tiere erhoffte man sichebenso von Umritten und Segnungen. ErsteÜberlieferungen von Pferdesegnungen stam-men aus dem Mittelalter. Johann Wolfgangvon Goethe beobachtete in Rom am 17.Jänner 1787, dem Festtag des Hl. Antoniusdes Großen, die Segnung von Pferden undMaultieren. Ein Priester besprengte die Tie-re- in deren Mähnen und Schweife Bändereingeflochten worden waren- mit Weihwas-ser. Joseph II. schränkte das Umritt- undWallfahrtswesen stark ein. Mit zunehmenderMechanisierung in der Landwirtschaft unddem daraus folgenden Bedeutungsverlustder Pferde als Arbeitstiere verloren Umritteohnehin immer mehr ihre Notwendigkeit.Zur Wiederbelebung der Reiterprozessi-onen im 20. Jahrhundert verhalf die Frei-zeitreiterei. Am Festtag des Hl. Georg, desHI. Martin und des HI. Stephanus( 26.12.),besonders aber zu Leonhardi, dem Gedenk-tag des Hl. Leonhard( 6.11.), gibt es gebiets-weise immer noch, wieder oder eben neueingeführte Umritte. Nach dem Umreiten derlokalen Pfarr- oder Wallfahrtskirchen wer-den die Pferde gesegnet und erhalten einegeweihte Maulgabe. Dem angeschlossengibt es oft ein weltliches Festprogramm mitKirtagen, Jahrmärkten und Reiterspielen.

In Zeiten ohne die heutigen medizini-schen Behandlungsmöglichkeiten war manauf den Einsatz von Haus-, Heil- und Zauber-mittel angewiesen. Im Handschriftenbestanddes Museums befindet sich eine Abschriftdes Rezeptes ,, womit man ein blindes Rosssehend machen könne". Die Gewinnung desdafür nötigen Fischöls aus einer Äsche undseine Anwendung werden darin beschrieben.Gedruckt findet sich dieses Rezept in dem1808 erschienenen 2. Band des Werkes