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Volkskunst und Hausgewerbe : Objekte des Museums für Volkskunde ; Ausstellung des Östrreichischen Museums für Volkskunde in der Zentralsparkasse
Entstehung
Wien [1975]
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Volkskunst und Hausgewerbe

Ausstellung des

Österreichischen Museums für Volkskundein der Zentralsparkasse

Um das volkskünstlerisch gestaltete Gerät der alten Zeit zu ver-stehen, muß man einen kräftigen Schritt zurücktun und sich indie Epoche vor der Massengesellschaft, vor der maschinellenHerstellung von Gebrauchswaren, vor die modernen WerkstoffeLeichtmetall und Kunststoff zurückversetzen. Als Erbe mittel-alterlicher Überlieferung wurden alle Geräte, Gefäße usw. inständisch gegliederten Gruppen hergestellt, die vom eigent-lichen Handwerk bis zum Hausgewerbe reichten. Der Zinngießerkonnte kein Kupfergeschirr herstellen, der Hafner( Töpfer) waran seine Werkstatt mit der Drehscheibe gebunden. Dazu kamendie Nebenerwerbszweige, also die winterarbeitslosen Berg-bauern etwa, die schnitzten oder Spanschachteln machten, ge-formtes und bemaltes Spielzeug herstellten. Manche Gegen-stände der Volkskunst, die heute nach alter Laienarbeit aus-sehen, sind in Wirklichkeit Gesellen- oder Meisterstücke desHandwerks gewesen; Vogelhäuschen etwa, die von Schlosserngemacht wurden, und andere Stücke, die recht gekonnt anmuten,wie die alten bemalten Löffelreme des Salzkammergutes, stam-men wieder von nichthandwerklichen Holzknechten oder Sali-nenarbeitern. Ein sehr großer Teil dieser Erzeugnisse ist Männer-arbeit. Nur die textilen Werkstücke entstammen meist derhäuslichen Frauenarbeit, das heißt, sie wurden von Frauen ge-sponnen, von Männern gewebt, von Frauen bestickt, von Män-nern bedruckt, beispielsweise im Zeugdruck. Die Regelungenwaren sehr unterschiedlich, oft landschaftlich betont, oft durchobrigkeitliche Regelungen unterstrichen. Dennoch gab es immermehr ungeregelte Zwischenbereiche, die Störarbeit der Weber,auch der Landschneider und Landschuster, oder die Arbeit derwandernden Zinngießer, die unter Umständen quer durch die