im Spielcasino, bei Galopprennen oderflanierte in den großzügig angelegten Par-kanlagen. Neben dem gesundheitlichenAspekt wurden Kuraufenthalte genutzt,um auf politischer, kultureller und gesell-schaftlicher Ebene Netzwerke aufzubauen.
Zur Trinkkur gehörte ein Trinkbe-cher. Daraus wurde das Wasser in kleinenSchlucken getrunken, während man durchWandelhallen oder Parks flanierte. Formund Material der Trinkgefäße verändertensich im Laufe der Zeit. Zur Schonung derZähne- beispielsweise bei eisenhaltigenWässern- benutzte man ein Trinkröhrchenaus Glas oder später ein Porzellangefäßmit Mundstück im Henkel. Badegläser fürTrinkkuren wurden erstmals im 1. Dritteldes 19. Jahrhunderts in größeren Mengenhergestellt, aber schon in der 2. Hälfte des19. Jahrhunderts durch die nun billigerproduzierbaren Trinkbecher aus Porzellanverdrängt. Wer seinen Becher nicht in derHand tragen wollte, konnte ihn an einemRiemen befestigen und umhängen. ElisabethFendl schildert aus dem Reisetagebuch einesKurgastes:>> Am ersten Tag der Kur erstandKrackowizer einen Trinkbecher„ sammt Tüch-lein und Riemen um 1 k 90 h"<<( Aus: DieKarlsbad- Reise des Ferdinand Krackowizerim Jahre 1909. In: ČESKÝ LID, 2020/10, Seite4). Trinkbecher und kunstvoll geschliffeneAndenkengläser aus Böhmen mit Motivenaus den Kurorten und ihrer Umgebungwaren beliebte Souvenirs, die man vomBäderaufenthalt für sich oder die Daheim-gebliebenen mit nach Hause brachte. Fürsehr persönliche Geschenke ließ man vor Ortdie Initialen eingravieren. Als kulinarischeErinnerung aus den böhmischen Bädernnahmen die Kurgäste Karlsbader oder Mari-enbader Oblaten mit. Die süße Delikatessebesteht aus hauchdünnen gefüllten Waffeln.
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Trinkbecher aus Karlsbad
( heute Karlovy Vary, Tschechien)Porzellan, unter der Ansicht beschriftet:Das Mühlbad in CarlsbadÖMV/ 87.461
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Andenkenglas aus Karlsbad( heute Karlovy Vary, Tschechien)Ranftbecher, Medaillons mit 24geschliffenen Ansichten aus Karlsbadund den Initialen VHÖMV/ 4.741
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Andenkenglas aus Bad Reinerz( heute Duszniki- Zdrój, Polen)Ranftbecher, rotes Überfangglas,geschliffen, Ansicht von Bad ReinerzÖMV/ 87.463
Die Stadt zählt zu den ältesten KurortenNiederschlesiens. Die Nutzung dernatürlichen Kohlensäurebäder ist seit1605 belegt. Anfang des 19. Jahrhundertsbegann der Bau des Kurbades, das auchFrédéric Chopin besuchte.
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Andenkenglas aus Gräfenberg( heute Lázně Jeseník, Tschechien)Rot gebeizter Fußbecher mit sechsgeschliffenen AnsichtenÖMV/ 87.464
Der Naturheiler Vinzenz Prieẞnitz( 1799-1851) erzielte im schlesischen GräfenbergKurerfolge mit Wasserbehandlungenbereits vor dem bekannteren Pfarrer