Es lässt sich eine Systematisierung nach Typenvornehmen, zum Beispiel nach Holzschiebe-,Flach-, Buntbart-, Doppelbart-, Stech- oderKlappschlüssel. Der Steckschlüssel etwakann in ganz unterschiedlicher Ausgestaltungbestimmten Zwecken angepasst werden: grobgefertigt als Kaminschlüssel oder klein undfiligran als Taschenuhrschlüssel. Auch anhandvon ästhetischen oder funktionalen Charakte-ristika kann eine Ordnung nach Stilepochenvorgenommen werden.
Zusammengefasst
Früheste Schlüssel gab es im 5. Jahrtausendvor Christus. Sie wurden aus dem Wunschheraus entwickelt, Eigentum zu schützen.Material und Grundform von Schlüsselnveränderten sich im Laufe der Zeit wenig. Holzwurde für die frühesten Schließsysteme inÄgypten verwendet und lässt sich im alpen-ländischen Raum bis ins 20. Jahrhundert hin-ein bei landwirtschaftlichen Nebengebäudenfinden. Ab dem frühen Mittelalter bildete sichdie Grundform des Schlüssels heraus: Reide,Gesenk, Dorn und Bart( siehe Zeichnung). DerHohldornschlüssel, dessen geschmiedeterDorn hohl ist, und der Volldornschlüssel sinddie häufigsten Schlüsselformen. Ersterersperrt ein Schloss nur von einer, letzterer vonbeiden Seiten.
Ursprünglich hämmerte der Schmiedden Schlüssel aus glühendem Eisen. Regi-onal und zeitlich unterschiedlich trat eineSpezialisierung des Schmiedehandwerks aufund der Beruf des Schlossers( Kleinschmied)entstand. Zunft- und Hauszeichen derSchmiede zeugen von ihrer Produktpalette.Die handwerklichen Fertigkeiten zeigen sichnicht nur in der kunstvollen Ausgestaltungder Schlüssel nach dem jeweiligen Modege-schmack- eine rauten- oder dreipassförmigeReide in der Gotik oder eine mit Voluten ver-sehene in der Renaissance- sondern auch in
den Maßnahmen, die der Verbesserung derSicherheit dienten. Der Schlüsselbart wurdemit immer komplizierteren Einschnitten undDurchbrüchen versehen und in die Schlösserwurde ein Sperrhindernis, das sogenannteEingericht, eingebaut. Es verhinderte dasÖffnen und Sperren mit einem unpassendenSchlüssel. Das Kapelleneingericht bildete inder Renaissance den künstlerischen und tech-nischen Höhepunkt dieses Schließsystems.Ein wichtiger Entwicklungsschritt in Bezugauf den Grad der Sicherheit und die Gestaltdes Schlüssels war im 18. Jahrhundert dieErfindung des Tourenschlosses. Dieses legteden Grundstein für die modernen Zylinder-schlösser, die ab Mitte des 19. Jahrhundertsgebräuchlich wurden. Neben den Buntbart-schlüsseln kamen damit die heute geläufigenFlachschlüssel in Verwendung. Der Schlüsselaus seriell vorgefertigten Rohlingen wurde zueinem Massenprodukt. Im digitalen Zeitalterentwickeln sich laufend neue Varianten, umZugänge zu regulieren: Neben dem Finger-abdruckscanner, der einen passwortlosenZugang ermöglicht, kann auch das Gesicht als,, Schlüssel" zu einem Handy fungieren.
Zeichenhaft
Neben der praktischen Funktion beinhaltet einSchlüssel eine Vielzahl an symbolischen Ebe-nen. Gerade dem Akt der Schlüsselübergabekommt in vielen Bereichen eine große Bedeu-tung zu. Hier dient der Schlüssel als Symbolfür das Innehaben von Rechten und Macht,da er ein Werkzeug ist, um Zugänge zu öffnenoder zu verschließen. In den österreichischenund süddeutschen Regionen trugen Frauen im19. Jahrhundert als Zeichen ihrer Verfügungs-gewalt über den Haushalt einen Schlüssel amGürtel. Darauf verweisen auch kleine Schlüs-selchen an einem Verlobungsring. Sie sinddarüber hinaus ein Symbol für den Schlüssel,, zum Herzen des geliebten Menschen". Nach