Druckschrift 
Schlüssel im Palais : von Reide, Dorn und Bart ; 23.3. bis 6.6.2021
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

Schlüssel im PalaisVon Reide, Dorn und Bart23.3. bis 6.6.2021

BuntbartDoppelbartFlach Hohldorn Dietrich-KreuzdornKlappstech SteckSchiebeMagnet-streifenVolldornZylinder

Die Sorge einen Schlüssel zu verlieren, zuvergessen oder zu verlegen, zeigt seineWichtigkeit in unserem Alltag. Es widerstrebtuns, einen Schlüssel wegzuwerfen- auchwenn längst nicht mehr bekannt ist, welchesSchloss er sperrt. Schlüssel schließen ein,sie schließen aus und sie schließen auf. Siekönnen Sicherheit vermitteln, eine Sperrebedeuten oder Zugang gewähren. Dadurchwerden Nutzungsrechte vergeben und Positio-nen des Vertrauens oder der Macht geschaffenoder festgelegt.

Verschiedene Schlüssel öffnen ver-schiedene Lebensbereiche oder Lebens-abschnitte im Privaten wie im Beruflichen,grenzen sie voneinander ab, verbindensie aber auch. Das Auf- und Zusperrenist eine tägliche Übergangshandlung.

Verwendet

Das Thema Schlüssel ist vielschichtig, esumfasst funktionale, ästhetische sowiesymbolische und erinnerungskulturelleAspekte. Die Schau in der Passage desVolkskundemuseum Wien konzentriert sichauf Schlüssel, die in Verbindung mit demMuseum, seinen Sammlungen und seinerjüngeren Geschichte stehen.

Ausgangspunkt bildete eine Kiste mitSchlüsseln, die im Zuge einer Umstellung desSchlieẞsystems 2020 gefunden wurde. In die-ser Kiste befanden sich Schlüssel von Vitrinen,Depots, Alarmanlagen, Papierhandtuchspen-dern und sogar von einem versperrbaren

Kühlschrank für giftige Chemikalien. Es warein Sammelsurium nicht mehr genutzterSchlüssel aus dem Museum und aus früherenAußenstellen, deren letzte 2008 geschlossenworden war. Ein vergoldeter Schlüssel aus demArchiv des Museums ergänzt die Zusammen-stellung. Er wird bei einem Direktionswechselals symbolischer Hausschlüssel übergeben.Die ausgewählten Beispiele verwei-sen auf die vielfältigen Einsatzorte vonSchlüsseln in unserem Museum und er-schließen einen Teil seiner Vergangenheitbis hin zur Gegenwart, in der Magnetfeld-karten und biometrische Passwortschlüsselfür den IT- Bereich eingesetzt werden.

Gesammelt

In den Sammlungen des Museums sindzahlreiche Schlüssel aufbewahrt. Etlichesind ohne zugehöriges Schloss, was vorallem an der kürzeren Haltbarkeit vonhölzernen Schlössern liegt. Ein gewisserSchlüssel- Boom lässt sich in den Sammlungendes Volkskundemuseum Wien durch die sichvollziehenden Prozesse der Industrialisierungablesen. Sammler* innen und Ethnolog* innenschätzten Schlüssel als Produkte einerschwindenden Handwerkstradition und-kunst. So fanden diese besonders Ende des19. Jahrhunderts aus funktionalem, formalemund ästhetischem Interesse zahlreich Eingangin den Museumsbestand. Im Sammlungs- undTypisierungsrausch der frühen Jahre wurdeleider allzu oft auf eine ausführliche Dokumen-tation vergessen- deshalb fehlen nun vielfachHintergrundinformationen zu den Schlüsselnund der Geschichte ihrer Nutzung. Bei derzeitlichen Einordnung von Schlüsseln kanndaher selten auf konkrete, überlieferte Datenzurückgegriffen werden. Technologische undstilistische Merkmale sind entscheidendeHilfsmittel dabei.