reinigen. Aus dem Blickwinkel der Hygienesind sie ungeeignet. Die schwer abbaubarenMüllmengen auf Deponien, in der Natur undin den Ozeanen führen uns heute die Nach-teile unseres bequemen Lebensstils imÜberfluss vor Augen. Neben den offensichtli-chen, bedrohlichen Plastikmüllbergen sindversteckte Kunststoffe ein weiteres Problem.Diese finden sich beispielsweise in beschich-teten Kartonagen oder Zellophan. Für denVerbraucher nicht ersichtlich ist die Gefahrdurch Mikroplastik. Dieses ist vielen Produk-ten,wie etwa Zahnpasta und Kosmetika,beigefügt. Darüber hinaus entsteht es durchden Zerfall von Kunststoff in immer kleinerePartikel. Mikroplastikpartikel sind bereitsweltweit in Böden, Gewässern und den dar-in vorkommenden Organismen nachgewie-sen und stellen eine große Bedrohung fürunseren Planeten und seine Lebewesen dar.
Sogar in vermeintlich ökologischverträglichen Alternativen können Gefah-ren schlummern. Mehrweggeschirr ausMelaminharz wird für den Transport vonSpeisen zunehmend beliebter. Doch beimErhitzen in der Mikrowelle, beim Befüllenmit heißem Wasser oder mit säurehaltigenLebensmitteln kann hochgiftiges Formal-dehyd und Melamin freigesetzt werden.Selbst in vermeintlich natürlichen Produk-ten aus Bambusfasern und Maisstärke sindKunststoffe enthalten, die gesundheits-schädliche Schadstoffe abgeben können.
Als kulturwissenschaftliches Muse-um ist es dem Volkskundemuseum Wienein Anliegen, dieses gesellschaftsrelevanteAlltagsthema rund um das Essen außer
Haus nicht nur historisch zu betrachten,sondern gezielt aufzugreifen und weiterzu-verfolgen. Der historische Objektbestanddes Museums dokumentiert, wie sich dieMenschen die Natur aneignen und durchdie Nutzung der vorhandenen Ressourcenzu ihrem Kulturraum werden lassen. Da-bei kommt es stetig zu Anpassungen undVeränderungen, die sich in den aktuellenSammlungsgegenständen widerspiegeln.Man entdeckt, mit welch einfachen Mittelndie Menschen ihren Alltag meisterten, wieneue Erfindungen ihr Leben erleichterte, wiesie von endlichen Rohstoffen unseres Plane-ten abhängig sind. Es lässt sich aufzeigen,dass manche Produkte historische Vorläuferhaben. Ein Beispiel ist das Menagereindlfür selbstgekochtes oder gekauftes Essen.
Mit der Präsentation in der Passagemöchte das Volkskundemuseum Wien dieInitiative ergreifen, über den Müllwahnsinn,der durch den schnellen Genuss entsteht,nachzudenken. Es sollen die Gefahren für dieUmwelt und die Menschen angesprochenwerden. Das Museum möchte einen Im-puls zum Nach- und Umdenken geben undgleichzeitig zum Experimentieren mit Alter-nativen anregen. Der Gesetzgeber ist gefor-dert, mit Recyclingmodellen, Pfandsystemenund Verboten schädlicher Stoffe zu reagie-ren. Dennoch liegt es in der Verantwortungjeder und jedes Einzelnen, aktiv Umwelt-schutz zu betreiben und sorgsam mit denRessourcen unseres Planeten umzugehen.
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