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IX. Kastenvitrine
Aquarellkrippe von Josef Frister
70, Weihnachtskrippe aus 28 aquarellierten Papierfiguren vonJosef Frister, Wien, 1794. Während die holzgeschnitztenKrippenfiguren schon eine langdauernde Tradition besitzen,kommen die aquarellierten Figuren erst durch die Beschäftigungder Maler- Künstler mit der Weihnachtskrippe vor allem in Tirolim 18. Jahrhundert auf. In Wien hat erst Josef Führich, derfür seine Familie eine Aquarellkrippe gemalt hat, Schulegemacht und besonders die Erzeugung von Papierkrippen in Formvon Mandlbogen beeinflusst. Die Frister- Krippe aber weist auchin Wien auf eine ältere Tradition hin, die schon vor Führichin Künstlerkreisen gepflegt wurde.
71. Kleines Andachtsbild," S. Maria Magdalena" Pergament, hand-gemalt, bez. Chri( stian) Frister, Wien, um 1750. in Gold-rahmen, Inv.Nr. 48.059.
Die Wiener Künstlerfamilie Frister. Der Begründer des wienerStammes der Frister war Christian Frister, geboren 1700, deraus Zwickau in Sachsen stammte und als Professor an dieAkademie der bildenden Künste in Wien berufen wurde. Er starbam 28. Jänner 1772 in Wien. Von ihm stammt das einzige signier-te Wiener Andachtsbildchen auf Pergament aus dieser Zeit( Nr. 71). Unter seinen vier Söhnen, die alle akademische Malerund z.T. Professoren an der Akademie waren, ragt besondersJosef Friedrich Firster, geboren 19. Juli 1758, gest. 9. August1832 in Wien, hervor. Er war akademischer Maler und Buch- undKunsthändler. Von ihm stammt die Aquarellkrippe, die er 1794 fürseine Familie malte( Nr. 70), das Selbstportrait( Nr. 72),das Portrait seiner ersten Frau Anna Maria( Nr. 73) und diedrei an sie gerichteten Liebesbriefe( Nr. 74- 76).
Sämtliche Objekte stammen aus der Frister- Sammlung, die derletzte Spross der Familie, Herr Kanzleivorstand i.R. AdolfFrister, dem Oesterreichischen Museum für Volkskunde gewidmethat.
72. Selbst portrait des jugendlichen Josef Frister, Bleistift-zeichnung, 25,2 x 17 cm.
73. Portrait von Josef Frister: Anna Maria, Fristers erste Frau,Bleistiftzeichnung, 19 x 15 am.
74. Liebesbrief Josef Fristers an Anna Maria Baumgartner, seinespätere Frau, vom 18. 3. 1787.
75. Liebesbrief Josef Fristers an Anna Maria Baumgartner, seineapätere Frau, um 1787.
76. Kalligraphierter Liebesbrief nach einem Kirchenlied von JosefFrister an Nannerl( Anna Maria Baumgartner).
72- 76: aus der Mappe: Meine Ahnen und ich, zusammengestelltvon Adolf Frister, Wien.