Druckschrift 
Zinn : Sonderausstellung ; 26.11. - 18.12.1994
Entstehung
Wien [1994]
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Trotz der von den Zünften erwirkten obrigkeitlichenSchutzpatente, Ratsbeschlüsse und Erlässe, dieallen Störern die Ausweisung und Konfiskation ihrerGerätschaften androhten, konnten die" Italiener"ihre Position nicht nur halten, sondern sogarausbauen. Es gelang ihnen sogar im Laufe der Zeitseẞhaft zu werden, und ihr Handwerk regulärauszuüben.

In den wohlhabenderen bürgerlichen Hauhalten setztesich das Zinngeschirr schon anfangs des 16.Jahrhunderts für den täglichen Gebrauch mehr undmehr durch. Während man in adeligen Kreisen teuresSilber als Tafelgerät als Kennzeichen desprivilegierten Standes bevorzugte, begnügte mansich im bürgerlichen, später auch im bäuerlichenHaushalt mit dem" Silber des einfachen Mannes", demZinn. Das vorher verwendete Holzgeschirr und-besteck blieb dennoch für lange Zeit weiterhin inVerwendung.

In großbäuerlichen Haushalten, ebenso

wie in

wohlhabenden Bürgerkreisen, gehörte Zinngerät zurGrundausstattung und wurde von Generation zu

Generation als Mitgift weitergegeben.

Im 18.

oder

Jahrhundert verdrängten leichter zureinigende und farbenfrohe Materialien wie etwa das1693 in Europa durch E. W. V. Tschirnhaushergestellte, später von J. F. Böttger verbessertePorzellandas Steingut das bisherigeZinngeschirr. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhundertskommt Geschirr aus Blech und Email in Gebrauch. Dieneuen Materialien sowie die Umstellung derProduktionsweisen im beginnenden Industriezeitalterließen Zinngerät mehr und mehr aus der Mode kommen.

III