noch haben, sich zu fragen, brauch ich daswirklich, macht mich das glücklicher, oderwürde es mich nicht glücklicher machen,weniger Zeit zu verschwenden, um all dieseSachen mir zu erarbeiten, sondern mehrZeit zu haben, mit Freunden zu sein, michgut zu unterhalten. Ich glaube, wir habennoch nicht erfasst, dass wir uns schädigenmit dem Verschleiß, den wir uns angewöhnthaben. Also es geht nicht ums Sparen, son-dern um die Abwägung, brauch ich etwaswirklich, ging es nicht viel besser ohne?
Freda Meissner- Blau, Journalistin, ehem.Nationalratsabgeordnete
Sparer als Spieler
Die Aktionärskultur der 1980er Jahre
In den 1980er Jahren erlebt der österreichi-sche Finanzmarkt einen Entwicklungs-schub. Die Grenzen zwischen den traditio-nellen Geldsektoren( Banken, Sparkassenund Genossenschaften) weichen sich auf,mit fantastischen Zinsangeboten wird vonallen Instituten um Kunden gebuhlt. Dieverschlafene Wiener Börse wird von ame-rikanischen Börsengurus wiedererweckt.Erstmals hat ein breiteres Anlegerpublikumin Österreich wieder Lust auf Börsenpa-piere. Freilich: Nicht aus allen klassischenSparbuchsparern wurden Investoren. Alleaber sahen sich mit einer neuen Aktionärs-kultur konfrontiert. Reichtumsberater ver-mehrten sich ebenso wie neue Wirtschafts-zeitungen, Spiele und Kinofilme rund umsBörsengeschäft. 2 mus