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Sparen ohne Sinn
Von der Inflation zur Depression
Zwischen 1920 und 1950 gab es in Öster-reich über weite Strecken nichts Wertlose-res als ein Sparguthaben. Nach dem ErstenWeltkrieg vernichtete die Inflation vieleprivate Vermögen und setzte Bezieherfester Einkommen unter Druck. MancheSparkassen konnten nur durch Notgemein-schaften mit Banken überleben. Nach demEnde des Zweiten Weltkriegs verloren dieMenschen erneut einen Großteil ihrer Er-sparnisse. Sparguthaben wurden eingefro-ren, um einer neuerlichen Geldentwertungvorzubeugen.
Wie wurde die Geldentwertung persönlicherlebt? Welche Auswirkungen hatte sie aufden ,, Sparsinn" in späteren Jahren?
asb
Im Jahr 1926, ich war gerade fünf Jahre alt,bekam ich von meinem Vater einen„ Tau- wsender" wöchentlich als Taschengeld. Nachder Währungsumstellung waren 10.000Kronen nämlich ein Schilling und manche10 Groschen- Stücke hatten noch die Zahl1000 eingeprägt. In den nächsten Jahrenwurde mir der Spargedanke immer stärkereingeprägt. Mein Vater kaufte ein„, öster- dreichisches Baulos". Der Wunsch war: einEigenheim am Kellerberg in Schwechat. DerBauplan war schon erstellt. Die große Kriseum 1930 war der Grund, dass nichts darauswurde.
Wilhelm Reichl, Pensionist