Entwicklung der bäuerlichen Ernäh-
rung in den vergangenen 30 Jahren
Eine entscheidende Wende im bäuerlichen Leben bildeteAnfang der 60er Jahre das Verschwinden der bäuerlichenKleinwirtschaften und das Entstehen der genossenschaft-lichen Großbetriebe. Seit dieser Zeit geht eine so starkeUmschichtung der ungarischen Bauernschaft vor sich, wiesie in der Geschichte bisher noch nie vorkam. Diese Um-schichtung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer so-fortigen Veränderung der Lebensweise. Gerade bei der Un-tersuchung der Ernährung muß man feststellen, daß derWandel und die Veränderungen eben jetzt vor unseren Au-gen vor sich gehen.
Das Niveau des Lebensmittelver-brauchs, das sich um die Jahr-hundertwende herausbildete undbereits beschrieben wurde, wardurch die wirtschaftlichen undgesellschaftlichen Bedingungenbestimmt, die Struktur durch dieAnforderungen der Kleinbauern-wirtschaft. Die Bedingungen ver-änderten sich, die Kleinwirtschaf-ten und damit die entsprechendeHaushaltsstruktur verschwanden.Die Ernährungskultur, die der
neuen Lebensweise entspricht,hat sich jedoch noch nicht end-gültig herausgebildet. Der Tages-rhythmus der Ernährung istschlecht, ungelöst ist die Frageder Mittagsmahlzeit derjenigen,die zu Hause arbeiten. WarmeSpeisen werden nämlich im allge-meinen zum Abendessen zuberei-tet, wenn die Familie beisammenist, und das hat zur Folge, daßdas Mittagessen zu Hause unzu-reichend ist. In den Dörfern gibt