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Schlossmuseum Gobelsburg : Sammlung altösterreichische Volksmajolika und Waldviertler Volkskunst ; Katalog
Entstehung
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Einzelstücke wie Heiligenfiguren, Uhrständer, Salzfässer, Tintenzeuge usw.aus verschiedenen Werkstätten. Die landschaftliche Note ist hier besondersunterstrichen, wenn beispielsweise Stücke ausgestellt sind, die vor Jahrzehn-ten im benachbarten Langenlois erworben wurden. Der anschließendeV. Raum bringt vor allem Geschirr aus den Werkstätten in Mähren undim benachbarten Oberungarn( der heutigen Westslowakei nördlich vonPreßburg). Das schöne Wischauer Geschirr beispielsweise hebt sich heraus.Aber auch böhmisches Braungeschirr ist, um die anderen Möglichkeiten derGeschirrkeramik zu unterstreichen, hier ausgestellt. Mit den zahlreichen Hei-ligendarstellungen auf den Krügen und auf den Weihwassergefäßen, deneneine eigene Vitrine eingeräumt ist, leitet dieser Raum gleichzeitig zumVI. Saal über, in dem sich die Reste des Kunstgutes des Schlosses befinden,also beispielsweise ein großer spätbarocker Sakristeikasten oder eine sehrgute Kopie einer Entführung des Ganymed durch den Adler des Zeus. DerSaal bietet den würdigen Übergang zu der vorzüglich restaurierten spät-barocken Schloßkapelle, deren Altar das Bild des hl. Bernhard vom Krem-ser Schmidt aufzuweisen hat.

Die Sammlung der altösterreichischen Volkskunst wird dagegen durchdie Aufstellung von Museumsobjekten auf dem breiten, lichten Gang er-gänzt und abgeschlossen. Da dort weder Deckenstuck noch Kachelöfen dasBild bestimmen, konnte in einer Zeile zwischen den Saaltüren ein Ensembleguter bemalter Möbel vom 17. bis zum 19. Jahrhundert aufgestellt werden.Kacheln und Möbelteile ergänzen die Sammlung zu einem kleinen Über-blick über die der Majolikamalerei vielfach verwandte volksbarocke Möbel-malerei Österreichs. Auf der Gegenseite hängen an den mächtigen Pfeilernzwischen den Fenstern Bilder von Bauernhäusern, Brauchgeräten usw., die vonösterreichischen Malern der Gegenwart( beispielsweise Oskar Hasenhut, Leo-pold Hauer, Viktor Lederer, Hans Maßmann, Rudolf Pleban, Oswald Roux,Wolfgang Schönthal, Hans Wulz) in den letzten Jahren geschaffen undmit Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht vom Museumangekauft werden konnten. Sie erweitern das durch die Sammlung selbstgegebene Gesamtbild.

Dieses Gesamtbild ist durch die ungefähr dreihundert Objektedes Museums in seinen wichtigsten Zügen begründet. Die Einfügung derObjekte in die einen selbständigen Wert darstellenden Räume erfolgte durchdie Vitrinen. Hier konnte dankenswerterweise auf die früher in der Samm-lung für Plastik und Kunstgewerbe des Kunsthistorischen Museums in Wienverwendeten sehr guten, schlichten Holzvitrinen zurückgegriffen werden.Weder die hellen Räume noch die dunklen Vitrinen haben viel Eigenfarbe,daher kommt hier die sehr bunte Majolika ungestört zur Geltung.

Eine ähnlich zurückhaltende Art der Aufstellung wurde auch für denRaum Waldviertler Volkskultur" gewählt. Dort stehen die verhältnismäßigdunklen, zum Teil geradezu schwarzen Hafnergeschirre in hellgrau gestriche-

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