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Schlossmuseum Gobelsburg : Sammlung altösterreichische Volksmajolika und Waldviertler Volkskunst ; Katalog
Entstehung
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Löẞ des Burghügels diese bis in die frühe Bronzezeit zurückreichende Besied-lung nicht nur bezeugt, sondern gerade durch markante Keramikreste bewiesenhaben.¹) Bei den Grabungen zu den neuen Kelleranlagen unterhalb dessogenannten Spiegels", gleich nördlich vom Schloß, konnte P. BertrandBaumann verschiedene Spuren von Gräbern, aber auch von Siedlungsstellenbergen.2) Herr Dr. Fritz Berg hat diese Funde freundlicherweise begutachtet,und sie, vor allem eine kleine geschlossene Gruppe von Gefäßresten, als kenn-zeichnend für die beginnende mittlere Bronzezeit ansprechen können. Es han-delt sich um Tassen und Reste von Amphoren vom Typus Böheimkirchen",zu denen noch Webstuhlgewichte und sogenannte Netzsenker" treten, diealso deutlich auf einen Siedlungsplatz mit häuslichem Leben hinweisen.³)Nach den zahlreichen weiteren Spuren von Gräbern, die in den Wänden desneuen Kellers stecken, ist anzunehmen, daß der Schloßhügel von Gobelsburgnicht weniger besiedelt war als das für den Typus namengebende Hochfeld"von Böheimkirchen. Waren Funde von diesem Typus bisher nur südlich derDonau, nämlich aus Böheimkirchen, aus Schönbühel an der Donau und vomKumenberg bei St. Andrä vor dem Hagental bekannt, so tritt nunmehr Gobels-burg nördlich dazu, aber mit der gleichen bezeichnenden Anlage der Siedlungauf einer aussichtsreichen, verteidigungsfähigen Höhe.

Was die Siedler in der Bronzezeit schon angezogen hat, nämlich diesevorzügliche Lage mit dem weiten Ausblick, das hat offenbar auch alleweiteren Besiedler und Bebauer dieses Schloßberges angezogen. Weitere imLöẞ der Gobelsburger Weinkeller gefundenen Gefäßreste sind als hallstättischangesprochen worden, so daß wohl auch eine Besiedlung in der Hallstattzeit,etwa im 6. vorchristlichen Jahrhundert gegeben gewesen sein dürfte.

Um auf diese Vor- und Frühgeschichte der Örtlichkeit wenigstens einenHinweis zu geben, ohne deshalb das Schloßmuseum zu einer urgeschichtlichenSammlung ausbauen zu wollen, ist im Stiegenhaus eine Vitrine aufgestelltworden, welche die wichtigsten bronzezeitlichen Funde, gereinigt und restau-riert, darbietet. Sachlich stellen sie zugleich einen Hinweis auf die Vor-geschichte jener neuzeitlichen Hafnerkeramik dar, welche im Schloßmuseumselbst gezeigt wird.

Für die römische 4) und frühmittelalterliche Zeit und eine damals statt-gehabte Besiedlung scheint der Umstand zu sprechen, daß das unmittelbarüber den Weinkellern an das Schloß anschließende hochgelegene Weinberg-

1) Die älteren Funde sind bereits in der Topographie von Nie-derösterreich, Bd. III, Wien 1893, S. 481, genannt. Ihr Verbleib scheintleider nur teilweise bekannt zu sein.

2) Grabungen bei den Weinkelleranlagen in den Jahren 1964-1968, dieFunde werden im Schloß aufbewahrt.

3) Vgl. Richard Pittioni, Urgeschichte des österreichischen Raumes.Wien 1954. S. 367 ff. Dazu die Karte 8 auf S. 360.

4) Römerzeitliche Gräber sollen um 1830 bei Gobelsburg aufgedeckt wor-den sein. Vgl. Topographie von Niederösterreich, Bd. III, S. 481, Anmerkung.

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