Zur 2. Auflage
Die 2. Auflage dieses Kataloges ist nicht nur notwendig geworden, weildie 1. Auflage verhältnismäßig rasch ausverkauft war. Sie ist vor allem des-halb notwendig geworden, weil eine Reihe von Ergänzungen und Berichti-gungen zum Text der 1. Auflage erarbeitet werden konnte, und weil dieSchausammlung selbst etwas angewachsen ist.
Dank der unermüdlichen Erweiterungsbestrebungen, mit denen derVerwalter des Zwettler Stiftsgutes Gobelsburg, Herr Geistlicher Rat P. Ber-trand Baumann auch nach der Eröffnung des Schloßmuseums auf dessen wei-teren Ausbau bedacht war, ist es gelungen, zu den bisherigen Sammlungs-räumen einen weiteren Gang und einen kleinen Saal hinzuzugewinnen. DerGang, schmäler als der breite, mit Möbeln ausgestattete Hauptgang, schließtan diesen im rechten Winkel an, und von ihm aus ist auch der neue kleineSchauraum zugänglich. Es ergab sich ganz organisch, an den breiten Gangmit den bäuerlichen Möbeln aus verschiedenen österreichischen Landschaftenund mit den Bildern moderner österreichischer Künstler über verschiedeneThemen aus dem Bereich der traditionellen Volkskultur den schmäleren Gangund den neuen Schauraum nunmehr im wesentlichen der niederösterreichischenVolkskultur, vor allem jener des Waldviertels, also dem Umland des StiftesZwettl zu widmen. An die Möbel auf dem breiten Gang schließen hier dieMöbelbilder an, Farbzeichnungen nach im bäuerlichen Besitz befindlichenWaldviertler Möbeln, die von der Wiener Malerin Milly Niedenführ imLauf der vergangenen Jahre erstellt worden waren. Diesen farbigen Nach-zeichnungen nach Waldviertler Möbelmalereien sind Hinterglasbilder gegen-übergehängt, wie sie in Bauernhäusern und bäuerlichen Wegkapellen desWaldviertels bis zur Gegenwart verwendet wurden.
Der neue Schauraum schließt thematisch an die Objekte des Ganges inso-fern an, daß hier nun einige bemalte Waldviertler Möbel im Original gezeigtwerden. Sie bilden zusammen mit weiteren Bildern aus dem Waldviertelgewissermaßen die Umrahmung für den Hauptbestand dieses Raumes, der ausalter Gebrauchskeramik, das heißt also aus unglasierter und glasierter Wareder Hafner im Lande besteht. Während in den Haupträumen des Schloß-museums, in den großen Schauräumen mit den barocken Stuckdecken und dengroßen Kachelöfen also die festliche bunte Majolika gezeigt wird, bietet dieserRaum das alte Alltagsgeschirr, und zwar in Proben von der Irdenware undder Schwarzhafnerkeramik bis zum braunen und grünen glasierten Geschirr.Der Hauptbestand stammt aus dem Waldviertel, zur Ergänzung vor allem hin-
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