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Seit Adam und Eva : Liebe, Hochzeit und Ehe in der österreichischen Volkskunst
Entstehung
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um ihre Situation und organisierten sich, und das alte Österreich hatdiese Scherzorganisation gut gekannt. Sim andl- Bruderschaft"hat sie sich genannt, und in Krems ist ihr sogar ein Denkmal gesetztworden. Hier hängen Original- Simandl- Bruderschaftsbriefe, die beweisen,wie das alte Urkundenwesen mit Brief und Siegel auch in die Sphäre desSpottes, nicht zuletzt eben des Ehespottes, hineinreichen konnte³). Eswürde dem Gesamtbild des alten Liebesbrauches, der alten Hochzeits-volkskunst, ein bezeichnender Zug fehlen, wenn das Museum nicht auchdiese Gruppe zur Darstellung gebracht hätte.

10. Niederösterreichische Volkskundetagung 1970

Drei Tage lang, vom 18. bis zum 20. September 1970, war das kleineYsper im Yspertal, im südwestlichsten Waldviertel, von den Teil-nehmern der 10. Tagung für Volkskunde und Heimatforschung desNiederösterreichischen Bildungs- und Heimatwerkes vollständig erfüllt,beinahe überfüllt. Aber die Zusammenkunft in dem schönen kleinenOrt mit der wundervollen Umgebung lohnte sich sehr. Die Exkursionam 18. hatte die Teilnehmer von Ybbs hinauf nach Maria Taferl geführtund von dort über Weitenegg nach Maria Laach und zurück nach Pögg-stall, wo das Heimatmuseum ebenso wie die Annakirche besichtigtwurden, und erst dann ging es nach Ysper, das sich bei schönem Wetterüberaus freundlich darbot. Wer die Landschaft nicht kannte, und eswaren mehrere landesunkundige Gäste anwesend, freute sich darüberund gewann durch ein Stück niederösterreichischer Landeskunde gleichauch einen Zugang zur Volkskunde. Zur Unterstreichung so mancher inden nächsten Tagen getaner Ausführungen begrüßte ein YspertalerHeimatabend" die Gäste.

Am Samstag, dem 19. September, hatte der Referent mit einemLichtbildervortrag, Die niederösterreichische Volkskultur in der moder-nen Malerei", in die volkskundliche Thematik und Problematik einzu-leiten. Es folgte der dieser Landschaft gewidmete Vortrag von Dr. EmilSchneeweis über Schalensteine, Viehheilige und den Palmesel-umzug" mit zahlreichen vorzüglichen Lichtbildern. Daran konnte nach-mittags Othmar K. M. Zaubek mit seinem inhaltsreichen Vortrag über,, Wallfahrtsheiligtümer des südwestlichen Waldviertels" anschließen.Dann referierte Kustos Dr. Hermann Steininger über die Straf-rechtsaltertümer Niederösterreichs" und Ing. Franz Maresch ver-sammelte wie in jedem Jahr die Vertreter der Heimatmuseen des Landeszu einer fachlichen Aussprache. Am nächsten Tag führte Prof. Dr. ErnstBurgstaller weiter in die Welt der Schalensteine und verwandtenErscheinungen ein, indem er ausführlich über den Eibenstein beiSummerau und seine Probleme" berichtete, also ein sagenumwobenesDenkmal des benachbarten Mühlviertels. Adalbert Klaar, der hoch-angesehene Haus- und Siedlungsforscher, berichtete auch dieses Jahrwieder über die entsprechenden Probleme in der Tagungslandschaft,nämlich über Die Siedlungslandschaft des südlichen Waldviertels unddes Greinerwaldes".

Die sehr geglückte, thematisch festgeschlossene, gesellschaftlich er-freulich aufgeschlossene Tagung stand wieder unter der Patronanz desNiederösterreichischen Bildungs- und Heimatwerkes, dessen Leiter,

36) Leopold Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich. Bd. I,Horn 1966. S. 112 ff.

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