MV
21.799 H. App. 1 K: 23
26. Aug. 1982
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Neuaufstellung
,, Seit Adam und Eva. Liebe, Hochzeit und Ehein der österreichischen Volkskunst"
Von Leopold Schmidt
Das Österreichische Museum für Volkskunde, größtes Museum seinesFaches in ganz Mitteleuropa, muß das Gebäude, in dem es seit 1917 unter-gebracht ist, das alte Gartenpalais Schönborn, bis zum letzten Winkelausnützen. Diese allerletzten Winkel, nämlich die tiefgelegenen, dunklenErdgeschoßräume im Trakt an der Langegasse, sind nunmehr aucherreicht. Sie waren lange Zeit als" Vergleichsräume" notdürftig einge-richtet, dienten dann als sehr unvollkommenes Depot und waren durchDunkelheit und Feuchtigkeit in den Mauern sehr unansehnlich ge-worden¹).
Im Lauf des Sommers 1970 wurden die Räume trockengelegt undfrisch geputzt, und mit im Haus gebauten Schaukasten und Hängern,zusätzlich zu den wenigen noch brauchbaren älteren Vitrinen, ausge-stattet. Die Dunkelheit der Räume gebot, alle Schaukasten künstlich zubeleuchten, mit dem Resultat, daß der Trakt nunmehr, bei künstlichemLicht, heller erscheint, als die meisten bisher aufgestellten Sammlungen.Bei der großen Fülle des vorhandenen Sammelgutes ist das Museumgezwungen, jeweils zu überlegen, was noch in ganzen geschlossenenKomplexen ausgestellt werden kann. Das Museum gliedert sich inseinen Schausammlungen im wesentlichen in Möbelstuben, Landschafts-räume und Sachgruppenräume. Es hat sich gezeigt, daß geschlosseneSachgruppenräume beispielsweise Volksschauspiel und Masken-wesen, Volksinstrumente, Weihnachtskrippen- sowohl für den mit-denkenden Beschauer wie für die museale Innenarbeit, die immer weiter-geführte Interpretation der Objekte, am zuträglichsten sind²). Dem-entsprechend wurde eine ganze derartige Sachgruppe, nämlich einwesentlicher Bestand an„ Religiöser Volkskunst", 1966 in die gleich-namige Sammlung rund um die alte Klosterapotheke im ehemaligenUrsulinenkloster in der Inneren Stadt überführt. Dabei wurde kein Stückder Hauptsammlung entnommen, so überreich ist dieser Bestand³).
Diesmal wurde im gleichen Sinn verfahren. Es war von vornhereinklar, daß es ein Komplex aus dem weltlichen Volksleben sein mußte,
1) Arthur Haberlandt, Führer durch das Museum für Volks-kunde. Neuausgabe. Wien 1930.
2) Leopold Schmidt, Das österreichische Museum für Volks-kunde. Wesen und Werden eines Wiener Museums(= Österreich- Reihe,Bd. 98/100), Wien 1960.
3) derselbe, Sammlung Religiöse Volkskunst mit der altenKlosterapotheke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster. Mit Beiträgenvon Klaus Beitl und Kurt Ganzinger(= Veröffentlichungen desÖsterreichischen Museums für Volkskunde, Bd. XII), Wien 1967.
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