Druckschrift 
Sterne : Himmelslichter in Kunst und Volkskunde ; [Ausstellung ..., Ethnographisches Museum, Schloß Kittsee, 14. Dezember 1998 - 28. März 1999]
Entstehung
Linz Linz [1998]
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Laterne eines Sternsingers

Böhmen, Mitte 19. Jhdt.Pappe koloriertOMV 12.165

Abgesehen von einfachen Pappe- und Holzsternen waren beleuchtete( und drehbare)Sterne in Verwendung. Meistens wurde ein Holzgerüst mit einem kunstvoll verziertenBuntpapier überzogen oder Blechgehäuse mit Glasfüllungen versehen. Im Inneren der La-terne befindet sich ein Brett oder eine eiserne Halterung zur Befestigung der Kerzen,die heute durch Taschenlampen ersetzt werden.

Die heiligen drei Könige" als Sternsinger"

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da ka-men Weise aus dem Morgenland Glossar ::: zum Glossareintrag  Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeboreneKönig der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten."( Matt. 2, 1-2)

Auf der Basis dieser und anderer Bibelstellen entwickelte sich im 16. Jahrhundert derBrauch des Sternsingens oder Dreikönigsingens. Diese Form von Heischeumzug( heischen= sammeln, fordern) wurde ursprünglich als Schülerbrauch zum Bestreiten des Lebens-unterhaltes durchgeführt. Drei Burschen später auch Handwerker, arme Frauen undMänner- gingen verkleidet und z. T. maskiert mit einem Stern oder einem zusätzlichenSternträger von Haus zu Haus, sangen Ansing-, Vorstell- und Heischeverse, segneten dieHäuser und erhielten dafür eine Spende. Mittlerweile sind nur mehr Kinder als Brauch-träger tätig, das Geld wird von der katholischen Kirche für die Dreikönigsaktion gesammeltund sozialen Projekten in aller Welt zugeführt.

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