Laterne eines Sternsingers
Böhmen, Mitte 19. Jhdt.Pappe koloriertOMV 12.165
Abgesehen von einfachen Pappe- und Holzsternen waren beleuchtete( und drehbare)Sterne in Verwendung. Meistens wurde ein Holzgerüst mit einem kunstvoll verziertenBuntpapier überzogen oder Blechgehäuse mit Glasfüllungen versehen. Im Inneren der La-terne befindet sich ein Brett oder eine eiserne Halterung zur Befestigung der Kerzen,die heute durch Taschenlampen ersetzt werden.
„ Die heiligen drei Könige" als„ Sternsinger"
„ Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da ka-men Weise aus dem Morgenland Glossar ::: zum Glossareintrag Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeboreneKönig der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten."( Matt. 2, 1-2)
Auf der Basis dieser und anderer Bibelstellen entwickelte sich im 16. Jahrhundert derBrauch des Sternsingens oder Dreikönigsingens. Diese Form von Heischeumzug( heischen= sammeln, fordern) wurde ursprünglich als Schülerbrauch zum Bestreiten des Lebens-unterhaltes durchgeführt. Drei Burschen später auch Handwerker, arme Frauen undMänner- gingen verkleidet und z. T. maskiert mit einem Stern oder einem zusätzlichenSternträger von Haus zu Haus, sangen Ansing-, Vorstell- und Heischeverse, segneten dieHäuser und erhielten dafür eine Spende. Mittlerweile sind nur mehr Kinder als Brauch-träger tätig, das Geld wird von der katholischen Kirche für die Dreikönigsaktion gesammeltund sozialen Projekten in aller Welt zugeführt.
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