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Schilder, Bilder, Moritaten : [Sonderausstellung, Museum für Volkskunde, Staatliche Museen Berlin, vom 30. 5. - 30. 9. 1990]
Entstehung
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Die Kinderdes Verschollenen

Die sogenannten Schilder wa-ren auf Leinwand gemalteBildfolgen, in denen die,, fürchterlichen Balladen" inmehreren, zwischen drei undacht ,, schauderhaften Abthei-lungen regelrecht geschildertwurden. Urheber dieser groß-flächigen Bildfolgen warenspezialisierte

Dekorations-

und Stubenmaler, die sichmeist in der Anonymität verlo-ren. Nur wenige konnten bis-her identifiziert werden. Au-thentizität und Aktualität spiel-ten bei dem ständig wechseln-den Publikum und den relativhohen Herstellungskosten derBilder und Drucke zwangsläu-fig eine untergeordnete Rolle,zumal die Schilder ihren Inter-

preten oft über Jahrzehnte hinweg bis zum endgültigen ma-teriellen Verschleiß dienen mußten.

Obwohl sich die Bänkelsänger mit moralisierenden Lied-texten in gewisser Weise obrigkeitsfreundlich verhieltenund mit ihren Vorträgen auch in einem gewissen Umfangzur Befriedigung kultureller Bedürfnisse unter den einfa-chen Volksschichten beitrugen, standen die Vertreter diesesGewerbes ähnlich wie Hausierer, Schausteller und Bettler,auf der untersten Stufe des sozialen Gefüges.