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Volkskunst hinter Gittern : gemeinsame Sonderausstellung des Savaria Museums, Szombathely und des Burgenländischen Landesmuseums, Eisenstadt in Zusammenarbeit mit dem Ethnographischen Museum Schloß Kittsee, Kittsee = Kismartonban-sopronban kíszült
Entstehung
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gelegentlich vorkam, einige Tiere( Schafe, Schweine), die er-verdient oder auf andere Weise erworben- als sein Eigentumbetrachtete, hielt er sie zusammen mit den anderen, ihmanvertrauten Tieren. Meistens hatten nur die verheiratetenHirten Möbel,, wie sie für einen armen Menschen passendwaren". So hat es jener Schweinehirt, bekannt als der Schnit-zer Ferkó Szép, ausgedrückt, als nach seiner Verhaftung eineAufstellung seines Vermögens einschließlich seiner Tiereangelegt wurde. Diese Liste aus dem Jahr 1829 umfaßtinsgesamt 12 Gegenstände.

Zwar konnten die meisten Hirten weder schreiben noch lesen,und auch kein einziger unter ihnen war ausgebildeter Meisterder Holz- und Hornbearbeitung. Dennoch schufen sie wäh-rend der nur ungefähr 100 Jahre dauernden Blütezeit diesesrelativ spät entstandenen Zweiges der Volkskunst mit ihrenHänden eine große Menge von meisterhaft geformten Gegen-ständen wie Mangelbretter, Spiegel- und Rasiermesserbehäl-ter, geschnitzte Stöcke usw.

Der Nachlaß der schnitzenden Hirten ist uns als ein umfang-reicher Bestand von Gegenständen erhalten geblieben undgelangte als bedeutendes kulturelles Erbe in Museen undPrivatsammlungen.

In Ungarn entwickelten sich, durch die Unterschiede desHirtenwesens und der Tierhaltung bedingt, drei sich voneinander stark unterscheidende Stile: der der Tiefebene, derdes Oberlandes des Plattensees und der Transdanubiens. Inletzterem Gebiet kann man- je nach Landschaft unterschie-den anhand der in den ersten Jahrzehnten des vorigenJahrhunderts angefertigten Holzschnitzereien die Spuren derVerbreitung eines eigenständigen Stils verfolgen. Die frühenVersuche stammen noch aus dem ersten Jahrzehnt des 19.Jahrhunderts: aus dem Jahr 1804 ein geschnitzter Stock, denwir aber nur von einer Zeichnung( ,, Abwicklung") kennen, ausdem Jahr 1807 ein Mangelbrett des aus Gór stammendenHirten György Janzsó sowie aus dem Jahre 1808 ein Mangel-brett eines aus Duka stammenden Schweinehirten.Diese beiden Gegenstände wurden noch mit den für das 18.Jahrhundert charakteristischen Wolfszähnen" und Gravie-rungen gearbeitet. Erst 1816 erscheint auf einem- lautInschrift von György Janzsó für seine Frau Juli Majorgeschnitzten- Mangelbrett eine neue Technik: die Spanisie-rung", bei welcher die gravierten Linien mit unterschiedlich

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gefärbtem Wachs ausgefüllt werden. Die Hirtenschnitzer ausden Komitaten Vas und Sopron blieben dieser Technikbeinahe bis zur Jahrhundertwende treu. Erst in der Zeit desNiederganges der Volkskunst, Anfang dieses Jahrhunderts,erscheinen die erhaben geschnitzten Gegenstände. In denKomitaten Somogy und Baranya hingegen tauchen bereitsschon früher, etwa seit den 1870er Jahren, neben der spani-schen Art auch schon Ritzungen auf.

Am westlichen Rand Transdanubiens zeichneten sich haupt-sächlich die Schafhirten, im Süden dagegen eher die Schweine-hirten mit ihrer großen Vergangenheit bei der Gestaltunggeschnitzter Gegenstände aus. Aus dem Kreis der Schweine-hirten ist der erste namentlich bekannte Gestalter FerkóPánta, aus Vázsnok gebürtig, dessen erste zuschreibbareArbeit ein Rasiermesserbehälter aus dem Jahre 1816 war.Die meisten Schnitzer- so auch der bereits erwähnte GyörgyJanzsó- fertigten ihre Erzeugnisse im Gefängnis an. Spätersind vor allem die anspruchsvolleren Stücke so sehr mit denaus den Gefängnissen entlassenen Schnitzern verbunden, daßdiese Gegenstände innerhalb der Hirtenschnitzereien einebesondere Kategorie bildeten umgangssprachlich wurdensie noch in unserem Jahrhundert als Gefangenenarbeiten"bezeichnet. Die Hirten mit den geschickten Händen haben imGefängnis von einander gelernt; sie haben sich, gegen einan-der wetteifernd, die für die Holzbearbeitung notwendigenGriffe und Verzierungstechniken für die Oberfläche derGegenstände selbst angeeignet. Dieser Tatsache ist ganz gewißdie stilistische Einheit der Hirtenkunst zu verdanken, bzw.weicht sie deshalb in ihrer Ausführung und in ihrem Charak-ter so eigenartig von den Schnitzereien der Zunftmeister ab.Die neben den Gefängnissen befindlichen Gebäude mit denWerkstätten für die Häftlinge( Raspelhäuser") hatten schonbeinahe ideale Bedingungen und Möglichkeiten für die hiertätigen Gefangenen geschaffen. In ihnen standen nämlich denGefangenen neben dem geeigneten Holzmaterial auch die fürdie Herstellung und Bearbeitung der Gegenstände erforderli-chen Werkzeuge zur Verfügung. Denn in diesen Raspelhäu-sern" wurden die Insassen des Kerkers auch mit der Anferti-gung von Holzwerkzeugen und-geräten beschäftigt. Wirkönnen also mit einiger Berechtigung annehmen, daß die inden 1830er Jahren vermehrt erscheinenden Kunstschnitzerei-en- durch Spanisierung verzierte Mangelbretter, Spiegel-