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Votivbilder aus Österreich : Neuerwerbungen 1946 - 1958 ; Ausstellung ; Katalog
Entstehung
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dichte Hängung bevorzugen. Man wird aber von der anderenSeite die Qualität der einzelnen Bilder betonen, und daher einelockere Darbietung vorziehen. Unsere Hängung ist in erster Linieeine gegenständlich bedingte: Ikonographisch zusammengehörigeGruppen sollen von vornherein betont erscheinen. Die Bilder vonverschiedenen Wallfahrten, die aber ikonographisch verwandteGnadenbilder besitzen, hängen daher beisammen. Ihnen sind aufden Schrägpulten die kleinen Andachtsbilder gegenübergestellt,welche jene Gnadenbilder noch deutlicher als die Votivbilderhervortreten lassen, so daß die Abhängigkeit des ländlichen Malersvom städtischen Kupferstecher verdeutlicht erscheint. Wenn mansich dieses Abhängigkeitsverhältnis richtig vergegenwärtigt, dannkann man die eigentliche Leistung des Votivtafelmalers, nämlichseine Art der Darstellung der Unfälle und Krankheitsheilungen,der Votanten in ihren Trachten usw. erst gerecht einschätzen. Esergibt sich auch eine gewisse Einsicht in das Verhältnis von über-individuellen Elementen, den Zügen der namenlosen Volkskunstalso, zu den individuellen Merkmalen der einzelnen Maler. Hin-sichtlich der letztgenannten Züge sei noch betont, daß es der Name,das pinxit" allein auf einer Tafel nicht tut. Es bleibt aber dochinteressant, daß sich unter den Bildern dieser Ausstellung auchein signiertes befindet: VII/ 3, das Votivbild mit dem hl. Felix,hat die Signatur ,, pinx. Kathrein" auf der Seite des Gedenksteinesaufzuweisen, der vorn die Votiv- Aufschrift trägt. Aber gerade mitdieser Votiv- Ara erweist sich das Bild als ein klassizistisches, daseben auch sonst ein wenig aus dem Rahmen der volksbarockenanonymen Votivbilder herausfällt; da paẞt das Auftreten desMalernamens dazu.

Es sind also viele bedeutsame Züge der Gesamterscheinung,, Votivbild" an diesen Neuerwerbungen abzulesen. Die Museums-leitung ist dem Bundesministerium für Unterricht und dem Magi-strat der Stadt Wien( Festwochenausschuß) zu ergebenstem Dankverpflichtet, daß diese Ausstellung, ihre Beschriftung und denDruck des Kataloges durch entsprechende Subventionen ermög-licht haben.

Leopold Schmidt