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Volkskunst der Bergleute im alten Österreich-Ungarn : mit einem Katalog der gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde
Entstehung
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Anna mit ihrer Tochter, der Heiligen Maria und ihrem Enkel,eben Jesus. Die Stilisierungstendenz der Zeit hat diese Plasti-ken stets so geschaffen, daß Maria und Jesus wie etwa gleich-altrige Kinder aussehen und auf dem Schoß oder auf denArmen der Großmutter Anna sitzen. Die italienische Malereides 16. und 17. Jahrhunderts war realistischer und stellte Mariahalb erwachsen neben Anna dar30. Ein schönes Beispiel dafürbietet das bergmännische Votivbild aus Hall in Tirol, dasauf dem Rahmen mit 1616 datiert ist. Dort also bestand auchAnnakult, sogar sehr deutlich als Verehrung der Gewerkeneines Bergwerkes gezeigt, aber in anderer Gestaltung.

Neben und nach der Annaverehrung der Bergleute hat esnoch wichtige andere Heiligenkulte in diesem Bereich gegeben,wovon sich aber verhältnismäßig wenige Spuren in den Samm-lungen erhalten haben. Die Verehrung der heiligen KaiserinHelena im Bereich österreichischer Bergwerke ist seitensdes Museums nicht unbeachtet geblieben³¹. Doch konnte vondem wichtigen Votivbild des Hans Planer von 1570 in der Wall-fahrtskirche von Heiligenkreuz im Abteital mit der großenKreuzauffindungsszene durch die Hl. Helena nur ein Lichtbilderworben werden 32. Ein Kirchenfahnenbild aus der Sankt-Nikolaus- Kirche in Badgastein, das auch die Hl. Helena zeigt,ist leider unauffindbar geblieben³³. So hat sich nur ein merk-würdiges bemaltes Relief erhalten, das die Heiligen Maria undHelena mit den aufgefundenen Kreuzen als Teufelsbekämpfe-rinnen zeigt. Von der einstmals bedeutenden Verehrung desPropheten Daniel durch die Bergleute ist auch kaum einemuseale Spur vorhanden 34. Eine einstmals vorhandene bemalteHolzfigur aus Kitzbühel ,,, S. Daniel" beschriftet und dem18. Jahrhundert zugehörig, ist leider verschollen 35. Ihre ver-hältnismäßig frühe Erwerbung legt immerhin dafür Zeugnisab, daß das Museum schon damals an einer Erscheinung berg-männischen Kultes interessiert war, die erst in der Gegenwartausgiebig erforscht zu werden beginnt.

Wirklich dicht und aufschlußreich ist dagegen das Material,das sich im Museum durch all die Jahrzehnte hin zur Ver-ehrung der Hl. Barbara angesammelt hat. Die noch immeransteigende Erforschung der Verehrung dieser ganz besondersgeschätzten Heiligen der Bergleute und der Kanoniere hathier ein ganz beträchtliches Material vorliegen 36. Im Vorder-grund stehen dabei die Barbara- Bilder der Hinterglasmalerei³7.Wohl alle wichtigen Gruppen dieser alten Hausindustrie, die inÖsterreich- Ungarn tätig waren und Barbara- Bilder hergestellt

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