Dinge, die mit Bergmannsmusik und Bergmannsliedzu tun haben. Aus älteren Zeiten, die im Zeichen der„ Berg-reihen“ und„ Bergsinger" viel derartiges gekannt haben müs-sen, liegt leider so gut wie kein Sammelgut vor. Manches magdavon überhaupt noch nie als bergmännisch erkannt wordensein. Selbst von den späteren Instrumenten, die als bezeichnendbergmännisch angesehen wurden, etwa von den Zithern, gibtes kaum welche, die man, abgesehen von den Freiberger ,, Hum-meln", mit quellenmäßiger Berechtigung als„ Bergmanns-zithern" ansprechen dürfte. Das Museum besitzt ein Exemplaraus Kitzbühel, mit einem angeschnitzten Doppeladler, das an-geblich eine solche Bergmannszither sein soll25.
In diesem Zusammenhang muß wenigstens stichwortartigauch auf das Bergmannslied hingewiesen werden. Esgehört seit langem zu den Lieblingsgebieten der Sammlung undForschung, die in Österreich besonders durch Franz Kirnbauereingeleitet und eifrig weitergefördert wurde 26. In die Samm-lungen sind, wenn überhaupt, so hauptsächlich Flugblatt-lied drucke eingegangen, die mit größerer oder geringererBetonung nun Bergmannslieder enthalten, also für Bergwerks-orte gedruckt wurden, und, wie Besitzvermerke zeigen, auchtatsächlich an solchen Verwendung gefunden haben. Ein Bei-spiel eines solchen Druckes, vermutlich eines aus Wiener-Neutstadt um das Jahr 1800, zeigt auch die Ausstellung. Dasvielgesungene Lied, das der Druck bietet, ist eigentlich einreligiöses Bergmannslied, wenn auch mit zahlreichen berg-männisch- sachlichen Ausführungen27.
Das religiöse Gebiet der Bergmannsvolkskunde aber istganz besonders reich. Die alte Zeit hat die Bergwerke vonder Namengebung bis zur täglichen Andacht, dem religiösenLied und Volksschauspiel sehr weitgehend in die Obhut derhöchsten Macht gestellt. Das wirkt sich seit dem Mittelalterdurch die Wahl von Patronen aus, von Schutzheiligen,unter denen sich bekannte und weniger bekannte Heilige be-finden 28. Im Mittelalter wählte man besonders gern die Groß-mutter Christi, die Hl. Anna, nach der auch zahlreiche Berg-werksorte benannt wurden 29. Die Ausstellung hat darauf ver-zichtet, etwa eine Karte der Anna- Orte in Österreich vorzu-weisen, es wäre dies eine Aufgabe für sich gewesen, die auchunabhängig vom Ausstellungsmaterial gelöst werden könnte.Sie hat aber immerhin zwei Anna- Plastiken gezeigt, zwei farbiggefaßte Holzstatuen aus der Zeit um und nach 1500, die beidedie Komposition der„ Anna Selbdritt" zeigen, also der Heiligen
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