trachtenkundlichen Zeitansetzung auch objektiv bestätigt fin-den 18. Das offenbar nicht unbedeutende Gebiet der für Berg-leute geschaffenen Gefäße ist durch dieses und ähnlicheBeispiele nur angeschnitten. In den Alpenländern war dieSelbstdarstellung der Bergleute in Form von Krippen-figuren häufiger. Das Museum besitzt einige Figuren von,, Loammandlkrippen", also Krippen mit Männchen aus Lehm,aus dem Salzkammergut, die Bergleute bei der Arbeit darstel-len 19. Andere verwandt aussehende Figürchen gehören vermut-lich noch engeren Gebieten der bergmännischen Volkskunst an,nämlich der Spielzeugschnitzerei, wie sie in der Viechtaubei Ebensee betrieben wurde, als Konkurrenz zu Berchtesgaden,dem Vorort der nordalpinen Heimindustrie auf diesem Gebiet20.Da und dort sind offenbar ganze Bergaufzüge spielzeug-mäßig geschnitzt worden, nur haben sich die einzelnen, mit-unter geradezu winzigen Figürchen fast ganz verloren. Nur inBerchtesgaden werden ja solche figurenreiche Bergaufzüge auchheute noch in der alten Tradition geschnitzt²¹.
Das Schnitzen der kleinen Bergmannsfiguren dienteaber vielfach auch noch dem besonderen Zweck der Bemannungverschiedener Bergwerksmodelle. Seit der Zeit derkostbaren„ Handsteine" waren solche Modelle beliebt. Die be-sondere Form, die auch unser Museum gern gesammelt hat,waren die Flascheneingericht- Arbeiten, auch„ Flaschenberg-werke" genannt. Wie die alten Matrosen ihre Schiffe in Modell-form in Flaschen„ einrichten", und wie es zahlreiche religiöseEingericht- Arbeiten gab22, so schuf man in Bergwerksgegendendie Flascheneingericht- Arbeiten in Form von Bergwerken. DasMuseum hat im Laufe der Jahrzehnte zwei derartige Stückeaus dem Salzkammergut( Abb. 7) erwerben können, die mitähnlichen Stücken im Wiener Privatbesitz nahe verwandt sind23.Diese köstlichen Geduldarbeiten tragen noch ganz barockenCharakter, auch in ihrem dreistöckigen Aufbau mit den zierlichgewundenen Ecksäulchen. Die wenigen anderen Bergwerks-modelle, die aus Böhmen und aus der Slowakei in das Museumgekommen sind, erweisen sich dagegen deutlich als Schöpfun-gen des 19. Jahrhunderts24.
Das sind also durchwegs Dinge, die von Bergknappenselbst angefertigt wurden, oder ihrem direkten Gebrauch dien-ten. Zur Bergmannskultur gehören jedoch auch viele Objekte,die nicht unbedingt im Alltag der Bergleute stehen mußten, sichaber doch häufig eindringlich zu ihnen, zu ihrem Feierabend,zu ihren Festen gesellten. Dazu gehören beispielsweise alle
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