Einleitung
Am 21. November 1958 wurde im Österreichischen Museumfür Volkskunde eine kleine Sonderausstellung ,, Volkskunstder Bergleute im alten Österreich- Ungarn"eröffnet, die drei Monate hindurch den interessierten Be-suchern zeigen konnte, was und wieviel die museale Volks-kunde in den letzten sechzig Jahren zu diesem Thema ge-sammelt hat und wie sie es nunmehr darzubieten versucht¹. DieAusstellung wurde als Abschluß einer„ BergbauhistorischenZusammenkunft" eröffnet, die von den beiden Sektionen 1( Ur-und Frühgeschichte) und 5( Historische Volkskunde) des Ver-bandes der österreichischen Geschichtsvereine veranstaltetworden war. Diese Zusammenkunft war ganz auf eine künftigeintensive Bergbauforschung hin ausgerichtet, an derdie Ur- und Frühgeschichte ebenso wie die Volkskunde ihrenbeträchtlichen Anteil haben werden. Die Ausstellung im be-sonderen sollte zeigen, welchen sammlerischen Anteil dieVolkskunde bisher daran schon genommen hat, da gerade davonbisher vielleicht noch wenig die Rede war.
Nun ist der Bergbau in seinen technischen wie in seinengeschichtlichen Beziehungen schon vielfach museal beachtet undberücksichtigt worden. Auch das vielleicht noch zu wenig be-kannte Gebiet der Bergbau- Urgeschichte hat schonmanchenorts museale Berücksichtigung gefunden. Während derbedeutende norische Bergbau in Österreich sicherlich musaelnoch zu wenig gewürdigt wird, hat der Bergbau der keltischenBiturigen in Frankreich etwa durchaus schon seine musealeWürdigung erfahren. Im Museum von Bourges werden die sehrinteressanten biturigischen Bergbaugeräte eigens gezeigt². DieBergbauvolkskunde dagegen ist museales Neu-land. Die einzelnen Heimatmuseen an Bergwerksorten be-sitzen selbstverständlich wichtige Bestände, in Österreich be-
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