Westens und Nordens so charakteristisch sind und von denen sich die be-malten Weichholzmöbel des südlichen Mitteleuropa so stark abheben.Gerade die Gegenüberstellung farbiger Bauernmöbel aus verschiedenen öster-reichischen Gegenden mit der dunklen, schnitzereiverzierten Einrichtung ausder Bretagne hier im Schloßmuseum Gobelsburg läßt diesen grundlegendenUnterschied besonders deutlich werden.
Überblickt man den Saal mit der französischen Volkskunst in seiner Gesamt-heit, dann wird man erkennen, daß weithin das Fehlen der Farbe überhauptein Kennzeichen derselben ist. Damit erweist es sich, daß die französischeVolkskultur stärker in mittelalterlichen Traditionen verhaftet geblieben ist.Das einzige Farbelement bringt eigenlich nur die bunt bemalte Majolikamit sich, wie etwa die Krüge, Teller und Weihwasserbrunnen aus der bre-tonischen Manufaktur in Quimper, die nun freilich schon einer jüngerenhistorischen Schicht angehören.
Einen kräftigen koloristischen Akzent bekommt der Saal„ FranzösischeVolkskunst" aber erst durch die Bilder des Wiener Malers Georg Pevetz, mitdenen die hier ausgestellten Gegenstände aus der Bretagne in eine lebendigeBeziehung zu ihrer landschaftlichen und menschlichen Umgebung gerücktwerden. Professor Pevetz, der 1893 in Pettau in der Südsteiermark geborenwurde und als Schüler Anton Koligs der Malergruppe von Nötsch in Kärn-ten angehörte, hat von einem Aufenthalt in der Bretagne während der Jahre1942/43 expressive Farbkreidezeichnungen mit volkskundlichen Motiven ausden Dörfern Kerlevan, Kervolet und Rouffiac mitgebracht, die vom Oster-reichischen Museum für Volkskunde mit Hilfe des Bundesministeriums fürUnterricht im Laufe der Jahre angekauft wurden und im Rahmen dieserAusstellung nun auch als eindrucksvolles Ensemble gezeigt werden können.Klaus Beitl
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