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Sonderausstellung Französische Volkskunst : Katalog
Entstehung
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273 Gegenständen mit, die das Inventar des Museums in ganz besondererWeise bereicherten( Inv.-Nr. OMV 27.950 bis 28.222). Arthur Haberlandtkonnte diese Sammlung für seine Arbeit Beiträge zur bretonischen Volks-kunde im Jahr 1912 auswerten. Neben Rudolf Trebitsch, dessen fünf-zigster Todestag auf den 9. Oktober 1968 fällt, trat Eugenie Goldstern alsbedeutende Sammlerin hervor. Sie hatte sich auf die Erforschung der Volks-kultur hochalpiner Bevölkerungen spezialisiert und vor allem in Savoyen undPiemont sowie im Wallis und in Graubünden gearbeitet. Eine geschlosseneSammlung brachte sie 1913/14 in der savoyischen HochgebirgsgemeindeBessans in der Haute- Maurienne zustande( Inv.-Nr. OMV 32.653- 687und 32.916- 939), gewissermaßen als die gegenständliche Dokumentationfür die volkskundliche Beschreibung dieser Ortschaft, die dann 1922 alseine der frühesten Dorfmonographien überhaupt in dem Buch, Hochgebirgs-volk in Savoyen und Graubünden von Eugenie Goldstern veröffentlichtwurde. Unpubliziert hingegen blieb die zweite Kollektion von teilweise sehrerlesenen Werken der Volkskunst aus der Landschaft Bauges mit den OrtenDoucy- en- Bauges, La Compôte und Jarsy im Voralpengebiet Savoyens( Inv.-Nr. OMV 32.695- 770). Die beiden Sammlungen von Rudolf Tre-bitsch und Eugenie Goldstern bilden zusammen den Grundstock der Frank-reich- Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde; spätere Zu-wendungen wie beispielsweise die Widmung bretonischer Gegenstände durchden Leiter des Museums in den Jahren 1946 bis 1951, Heinrich Jungwirth,bedeuteten immerhin noch eine gewisse Ergänzung und Abrundung desVorhandenen.

Die Ausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg bleibt auf eine Auswahlcharakteristischer Gegenstände aus diesen Sammlungen beschränkt. Es han-delt sich vornehmlich um Objektgruppen und Einzelstücke, die nicht nurdas volkskulturelle Antlitz ihrer Ursprungslandschaften erkennen lassen,sondern die unmittelbar auch zu Vergleichen anregen. Verwandtes wird derKenner österreichischer Volkskunst aus den Geräten und Gegenständen destäglichen Lebens in Savoyen herauslesen. Ähnliche historische Lebens- undWirtschaftsbedingungen im Hochgebirge bedingen verwandte Kulturformen,und so wird man beispielsweise unter den Geräten der savoyischen Alm-wirtschaft kaum Unbekanntes finden, am ehesten noch in den Sonderformender als tapes" bezeichneten Butterbretter mit ihrem geometrischen Kerb-schnittsdekor, in den sich christliche Motive wie das IHS- Monogramm undMonstranzen einfügen. Die volkskundliche Forschung hat Butterbretter die-ser Art in den savoyischen Landschaften Bauges, Albanais sowie in denhochsavoyischen Gegenden Chablais und Faucigny feststellen können, inVoralpenlandschaften mit einer alten Klosterkultur also, woraus abzuleitenist, daß die tapes" einmal für die Abpassung und Verzierung der bäuer-lichen Zinsbutter an die Klöster verwendet worden sind und erst in jüngererZeit zur Ausformung der für den Markt bestimmten Butter dienten. Wäh-

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