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Sonderausstellung Französische Volkskunst : Katalog
Entstehung
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Einführung

Die Idee der Schloßmuseen der staatlichen Sammlungen wurde von der All-gemeinheit angenommen. Die zentralen Museen besitzen seither die Mög-lichkeit, auch außerhalb ihrer Stammhäuser aus der Fülle des SammelgutesKollektionen zu zeigen, die sonst, zumeist aus Raumgründen, der Offent-lichkeit vorenthalten bleiben mußten. Die guten Erfahrungen der erstenJahre haben zum weiteren Ausbau solcher Außenstellen geführt.

Das Österreichische Museum für Volkskunde hat 1966 das SchloßmuseumGobelsburg mit einer ständigen Schau Altösterreichische Volksmajolika"eingerichtet. Im vergangenen Jahr kam ein weiterer Raum WaldviertlerVolkskunst hinzu, durch den einerseits eine sinnvolle Beziehung der Schau-sammlung zum Umland des Schlosses Gobelsburg, dem niederösterreichischenWaldviertel, geschaffen wurde, andrerseits aber auch mit der Hervorhebungder Gebrauchskeramik dieser Landschaft eine Ausweitung des in der Haupt-schau gegebenen Themas erreicht werden konnte.

Die zielstrebige Fortführung der Außen- und Innenrestaurierung des Barock-schlosses Gobelsburg ergab auch in diesem Jahr neue Ausstellungsmöglich-keiten. Nach der Wiederherstellung eines geräumigen und sehr hellen Saales,der sogenannten Bibliothek" mit ihrer doppelten Fensterfront hinaus zurBergseite des Schlosses und in den weiten Innenhof, konnte jetzt der Planvolkskundlicher Wechselausstellungen im Schloßmuseum Gobelsburg ver-wirklicht werden. Den Anfang macht die Sonderausstellung FranzösischeVolkskunst", die räumlich unmittelbar an die schon bisher bestehende Schau-sammlung anschließt. Das Thema dieser Ausstellung lag gewissermaßen aufder Hand, da das Österreichische Museum für Volkskunde im Juni vergan-genen Jahres im Österreichischen Kulturinstitut in Paris eine vom französi-schen Publikum interessiert aufgenommene Ausstellung Arts populairesen Autriche" veranstaltet hatte. War dort dem französischen Fachmann undKunstfreund vielleicht erstmals die Möglichkeit gegeben, österreichischeVolkskunst aus unmittelbarer Anschauung kennenzulernen und in der FolgeVergleiche zur volkskünstlerischen Überlieferung seines eigenen Landesanzustellen, so sollte dem Kenner und Liebhaber der Volkskunst in ÖsterreichEntsprechendes nicht versagt bleiben und die Konfrontation österreichischermit französischer Volkskunst hierzulande fortgeführt werden. Als Ort derBegegnung bot sich das Schloßmuseum Gobelsburg wie von selbst an, dabereits die Sammlung Altösterreichische Volksmajolika" im Grunde aufeine vergleichende Betrachtungsweise eingestellt war und darüber hinaus dieneben der bemalten Keramik ausgestellten volkstümlichen Möbel mehrererösterreichischer Landschaften einen Ansatzpunkt für den volkskundlichenVergleich darstellten. Der eigentliche Antrieb lag jedoch in der Tatsachebegründet, daß das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien in

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