seit Beginn der Herausgabe des Schreiberschen Kindertheaters dieTexte bearbeitete und für mehr als die Hälfte aller Texte verantwort-lich zeichnete, schuf eine recht gelungene, der kindlichen Mentalitätentsprechende Fassung des Stückes. Man muß dabei bedenken,daß alle diese Textbearbeitungen für das Kindertheater meist nursechzehn Seiten umfaßten, um die Konzentrationsfähigkeit der kind-lichen Zuseher es benötigte ja auch der Szenenwechsel eine ge-wisse Zeit nicht über Gebühr zu belasten.
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Der Diamant des Geisterkönigs- eine dänische Version
Dreizehn Jahre nach Raimunds Tod fand in Kopenhagen amCasino- Theater die erfolgreiche Aufführung eines Stückes mit demTitel„ Meer end Perler og Guld"( deutsch:„ Mehr als Perlen undGold") statt. Als Verfasser dieses Vaudevilles im deutschsprachi-gen Raum am ehesten mit einem Singspiel vergleichbar- zeichneteder damals schon zu Berühmtheit gelangte dänische Märchendich-ter Hans Christian Andersen, dessen 180. Geburtstags bzw. 110. To-destags im vergangenen Jahr gedacht wurde. Andersen brachte mitdieser Märchenkomödie in vier Aufzügen eine freie Bearbeitung vonRaimunds„ Der Diamant des Geisterkönigs", wobei er die Handlungnach Dänemark verlegte, ohne jedoch Anspielungen auf das WienerKolorit zu vernachlässigen. Innerhalb von knapp vierzig Jahren er-reichte dieses Stück immerhin die stattliche Anzahl von 162 Auffüh-rungen. Carl Julius Malmqvist( 1819 – 1859) lieferte dazu die Musik,zu der er neben dänischen Volksmelodien auch viele Arien der da-mals bekanntesten Opern heranzog.
Es ist der Raimund- Gesellschaft in Wien nicht hoch genug an-zurechnen, daß sie in dem 1963 erschienenen 4. Raimund- Almanachdieses Stück erstmals in deutscher Sprache vorlegte. Die von Fried-rich Karl Waschnitius besorgte Übersetzung läßt die starken Bezie-hungen zum Originaltext besonders gut erkennen. Andersen, dermehrere Singspiele und Märchenkomödien schrieb darunter ,, DasSandmännchen“( Ole Lukøje), das auch Eingang in das dänische Pa-piertheater fand fügte einige abweichende Szenen ein, die jedochden Handlungsablauf nicht veränderten.
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Zu Vergleichszwecken mit der Originalvorlage sei hier eine kurzeInhaltsangabe dieser dänischen Fassung wiedergegeben:
I. Aufzug:
Im Vorzimmer des Palastes des Geisterkönigs versammeln sichGeister, Feen und Zauberer, um sich zu beschweren, daß der vomBlitz erschlagene menschliche Zauberer Zephises in das Geister-reich aufgenommen wurde. Der Geisterkönig hatte den die Magiestudierenden Zephises in Ägypten kennengelernt, ihm in Wien(!) ein
PAPIERTHEATER II 9