che eventuellen Vorlagen der Zeichner herangezogen hat, ist eben-falls nicht feststellbar.
Im Theater in der Leopoldstadt erlebte 1829„ Die unheilbringen-de Krone" ihre erste Aufführung. Fand dieses noch heute umstritte-ne Werk Ferdinand Raimunds wegen seiner Thematik und der Über-fülle des Geschehens schon beim damaligen Publikum kaum An-klang, so ist es nur allzu verständlich, daß es kein Interesse bei denPapiertheaterherstellern fand.
Der Verschwender
Raimunds reifstes und zugleich letztes Bühnenwerk wurde 1834am Theater in der Josefstadt uraufgeführt.
Mit den Figurenblättern Nr. 136-138 zum„ Großen Theater"brachte Matthäus Trentsensky neunzehn Figuren darunter eineDoppelfigur zu diesem Stück heraus. Die Auswahl dieser Figurensowie eigens dazu geschaffene Dekorationsblätter, wie der„ Palastim Garten Flottwell"( Blatt Nr. 31) und ein Versetzstückbogen„ Fee-rie"( Blatt Nr. 17) mit einer interessanten Klappverwandlung für denersten Aufzug zeigen, daß damit die wesentlichsten Szenen diesesStückes dargestellt werden konnten. Dazu gehört noch das in derGroßen Durchsicht Blatt Nr. 1( Wald im Sommer) aufscheinende Ver-setzstück, die Ruine des alten Flottwell- Schlosses darstellend. DieFigurenblätter sind nach Koll einer im Jahre 1846 am Theater an derWien stattgefundenen Inszenierung nahestehend. Die erwähnten De-korationsblätter stammen von Theodor Jachimowicz.
Von den deutschen Papiertheaterherausgebern wären zunächstdie in Neu- Ruppin bei Berlin tätigen Verlage G. Kühn( ab 1835) undOehmigke& Riemschneider( ab 1840), die den„ Verschwender" inihre Verlagsprogramme aufnahmen, zu nennen. Während von erste-rem lediglich die Figuren des Bogens Nr. 9335( Zweite Serie, ab 1880)erreichbar waren, konnte von letzterem nur mehr die Nummer einesFigurenbogens, und zwar die Nr. 9768 wahrscheinlich um 1880- festgestellt werden. Die Produkte dieser beiden Verlage zeichnensich vor allen durch ihren typisch naiven Kindertheaterstil aus, dersich nicht nur bei den Figuren niederschlägt, sondern auch bei denTextheften in einer oft besonders stark abweichenden Bearbeitungdes Originalstoffes zum Ausdruck kommt. Wenn z. B. bei den Kühn-schen Figuren Azur als Bauernmädchen aufscheint, so deutet diesdarauf hin, daß er wahrscheinlich die Rolle der Cheristane des erstenAufzuges zu übernehmen hatte, da diese nur als Fee abgebildet ist.
Um ca. 1882 erschien im Verlag J. F. Schreiber in Esslingen mitder Nr. 521 der Figurenbogen zum„ Verschwender" sowie unter derNr. 20 das dazugehörige Textheft. Der Verfasser Ernst Siewert, der
8 PAPIERTHEATER II