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2 (1986) Papiertheater : eine Sonderausstellung aus Wiener Sammlungen. 2 / Ferdinand Raimund und das Wiener Theater seiner Zeit im Spiegel des Papiertheaters
Entstehung
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denheit( Katharina Ennöckl) und das hohe Alter( Josef Korntheuer).Blatt No. 6 bringt die folgenden Figuren: Fortunatus Wurzel, Lorenz,Karl, Lottchen, die Zufriedenheit als Bauernmädchen und FortunatusWurzel als Bauer. Die beiden Figuren des Wurzels lassen sich auchhier als Porträts Raimunds erkennen. Blatt No. 7 stellt das Gefolgeder Jugend in sehr vereinfachter Form dar, ist doch nur ein und die-selbe männliche Tänzerfigur abgebildet, die für drei gleiche Tanz-paare Verwendung findet. Jeweils eine Figur eines solchen Tanz-paares ist seitenverkehrt gedruckt. Diese drei Blätter dürften von Jo-sef Hyrtl lithographiert worden sein. Die Skizzen hiefür könnten auchvon Moritz von Schwind sein.

Bei näherer Betrachtung dieser drei Blätter gewinnt man denEindruck, daß die darauf abgebildeten Figuren nicht unbedingt fürszenische Darstellungen auf dem bereits vorhandenen GroßenTheater" Trentsenskys gedacht waren, da sie in ihrem Stil uneinheit-lich und in der Personenauswahl unvollständig sind. So fehlt z. B. aufdiesen Blättern die Fee Lacrimosa. Sie findet sich erst später aufdem Blatt ,, Theater Costumes No. 10", dem dritten Figurenbogen von,, Sylphide, das Seefräulein, einem Zauberspiel von Therese Krones,das 1828 ebenfalls am Theater in der Leopoldstadt mit großem Er-folg seine Premiere erlebte.

Der große Erfolg des Mädchens aus der Feenwelt" führte auchdazu, daß viele kleine Wiener Kupferstichhandlungen und Druckan-stalten dieses Thema aufgegriffen und bei ihren Mandlbogen"Theaterfiguren zu diesem Stück herausbrachten, wobei sie sich teil-weise an die Trentsenskyschen Vorlagen hielten. Nach Koll wärenhier Carl Seipp, Wieden( 1779- nach 1852) und Franz Barth( 1784-1853) zu erwähnen.

Der in Wien- Rudolfsheim bis ca. 1880 tätige Verlag von JuliusNeidl legte für das Kindertheater ebenfalls das Mädchen aus derFeenwelt" auf, von dem jedoch bisher nur das Textbuch festgestelltwerden konnte. Nach dem Personenverzeichnis zu schließen, mußteder leider nicht greifbare Figurenbogen rund 20 Figuren umfaßt ha-ben. Ob es sich bei diesem um Originalschöpfungen gehandelt hat,läßt sich nicht feststellen. Es ist aber damit zu rechnen, daß wenig.stens ein Teil davon den Trentsenskyschen Figuren nachgezeichnetist.

Von den zahlreichen deutschen Papiertheaterverlagen ist alseinziger der um 1840 in Nürnberg tätige Verlag G. N. Renner& Co. zunennen, der mit Bogen Nr. 750 zehn Figuren zum Bauer als Millio-när" in den Handel brachte. Diese Figuren sind Nachzeichnungender Figuren des fünften und sechsten Blattes der Theater Costu-mes", jedoch ohne Zufriedenheit als Bauernmädchen und Wurzel alsBauer. Auch hier wurde die Fee Lacrimosa nicht berücksichtigt.Nach bisherigen Feststellungen hat dieser Verlag dazu kein Text-buch veröffentlicht.

6 PAPIERTHEATER II