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Ausstellung Südtiroler Volkskunst : Katalog
Entstehung
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mälden Franz Defreggers und seiner Schüler als Staffage ver-wendet wurde, kam in Deiningers gewissenhaft gezeichnetenMappenwerken Das Bauernhaus in Tirol und Vorarlberg" und,, Tiroler Volkskunst" nunmehr selbständig zur Geltung. Es istfreilich erstaunlich, daß diese Volkskunst- Bildwerke mit ihrenfarbigen Tafeln praktisch auch die einzigen ihrer Art gebliebensind. Das photographische Zeitalter hat bisher keine auch nureinigermaßen gleichwertigen, von der modernen Volkskunst-forschung befruchteten hervorgebracht. Unzählige Bilder und Be-schriftungen sind seither in Sammelwerken, Zeitschriften, oft weitentfernt von wissenschaftlicher Publizistik, verstreut worden.

Anschließend an diese Periode erfolgte die sammlerischeInteressenahme des Erzherzog- Thronfolgers Franz Ferdinand, deram liebsten in Schloß Taufers ein alpenländisches Volkskunst-museum gegründet hätte, und die Sammelarbeit der Gründer desInnsbrucker Volkskunstmuseums einerseits wie der des Öster-reichischen Museums für Volkskunde in Wien anderseits. Die leb-hafte Aufbringtätigkeit der kleineren Sammler und Händler inBozen, Meran, Bruneck und anderorts begünstigte die Unter-nehmungen beträchtlich. Man kann in den Lebenserinnerungenvon Karl Wohlgemuth( 1867-1933) nachlesen, was er nicht nur fürBozen, sondern für Hamburg, Berlin, Dresden, München und dochauch Wien alles aufzutreiben verstand. Michael Haberlandt, derHauptgründer des Museums in Wien, erkannte die günstigeGelegenheit und erwarb viele Jahre hindurch bei Wohlgemuthebenso wie bei Magdalena Weiß und beim Turmwirt HeinrichMayr in Bozen, bei Josef Raffin in Bruneck und bei vielen anderenkleineren Aufkäufern alles, was seines Erachtens das noch immerrecht ungeklärte Gebiet der Volkskunst bereichern konnte. Zahl-reiche eigene Sammelfahrten schärften seinen Blick für die Viel-seitigkeit der Volkskunst in Südtirol und erbrachten immer neueBeständegruppen, vermehrten freilich mitunter auch die Duplikat-bestände in einem Ausmaß, das sich eine spätere Zeit nicht mehrgeleistet hätte. Aber das raumarme Museum, damals noch in einemSaal der Wiener Börse untergebracht, gewährte wohl keinenÜberblick mehr über die Sammelmassen, und eine gewisse ethno-logische Lust an den Reihen von Gleichstücken mit geringenFormvarianten blieb bei Michael Haberlandt eben auch stetswirksam.

Seit der Frühzeit der österreichischen Volkskunde war eingewisses Interesse an der bergbäuerlichen Hausindustrie lebendiggeblieben. Die große von Wilhelm Exner inaugurierte Ausstel-lung von 1890 blieb noch lange im Gedächtnis der beteiligten