Linke Vitrine
Ursachen desMaterialabbaus undSchadbilder
Zu Materialabbau und Schäden am Objekttragen diverse Faktoren bei. Neben denakuten wie Feuer, Wasser und Diebstahlsind es Schädlinge, besonders Insekten undSchimmelpilze, sowie Staub und Schmutz,Handling, Aufbewahrung, Schadstoffe,Feuchtigkeit, Temperatur und Licht. Seltenist es ein Faktor allein, der Schaden anrich-tet, sondern eher eine Kombination ausmehreren Aspekten. Staub stellt hier eineganz eigene, zentrale Problematik im Mu-seumsdepot dar, denn die dadurch entste-hende Belastung ist oft 4mal höher als dasvon der WHO erlaubte Maximum. Aufgrundseiner Bestandteile, besonders Pestizide,Milben oder Schimmelsporen, ist er einGesundheitsrisiko für Mitarbeiter* innenund Besucher* innen. Er führt zu Schädenam Objekt und dient Schädlingen als Nah-rung. Nicht zu unterschätzen sind auch dieim Zuge des Klimawandels steigenden Tem-peraturen, die zur Vermehrung von neuenSchadinsekten, wie Papierfischchen führenoder frühe Farbfotografien rasant abbauenlassen. Gerade Kurzzeitschwankungen vonTemperatur und Luftfeuchtigkeit sind fürdie meisten Objekte besonders heikel. Einlangsames Gleiten mit den Jahreszeitenhingegen ist meist materialverträglichund zur Energieeinsparung in Zeiten desKlimawandels sogar dringend notwendig.
1
Papierfischchen
Ctenolepisma longicaudataPräpariert in Gießharz, entdeckt inder Fotosammlung des ÖMV.
Vom Silberfischchen zu unterscheiden durchauffallend längere Antennen und Schwanz-anhänge sowie seitliche Borstenkämme.
2
Carte de Cabinet mit Papierfischchen- FraẞPorträtfotografie um 1920
Der Fraẞ geschieht meist im Verborgenenund kann in papierbasierten Sammlungen,Papierlagern, Archiven und Bibliothekenimmensen Schaden anrichten. Erster WienerFund 2002 in einem Museumsdepot.Leihgabe Pascal Querner, NHM Wien.
3
Kleidermotte Tineola bisselliella
Aufgefunden in der Schausammlung des ÖMV.Gehören zu den Nachtfaltern aus der Familieder ,, Echten Motten", maximal 15 mmFlügelbreite, Larven 5 mm lang. Sie sindweltweit verbreitet und bevorzugen dunkleRäume mit wenig Luftaustausch; daher sindMuseumsdepots ein„ gefundenes Fressen".
Mustertuch mit MottenfraẞLeinen, Baden bei Wien, 18. Jhd.
Für die Löcher ist die Larve der Kleidermotteverantwortlich! Sie ernährt sich bevorzugtvon tierischen Textilien wie Wolle, Pelzoder Federn. Andere Textilien werdendurchlöchert, sobald sie verwendet wur-den; hier dienen dann Ablagerungen, wieHaare und Hautschuppen, als Nahrung.ÖMV/ 42478